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Tag der Sudetendeutschen : Seehofer betont Willen zum Dialog mit Tschechen

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Der bayerische Ministerpräsident Seehofer spricht am Sonntag in der Schwabenhalle in Augsburg Bild: dpa

Eine Verstimmung zwischen der Tschechischen Republik und den Sudetendeutschen hat das 62. Pfingsttreffen der Heimatvertriebenen überschattet. Der tschechische Präsident Klaus reagierte empört auf die Forderung der Vertriebenen nach Worten des Bedauerns.

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          Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat trotz neuerlicher Misstöne zwischen den Sudetendeutschen und der tschechischen Führung den Willen zum Dialog betont. „Ich setze voll auf Dialog, auf die persönliche Begegnung. Das erfordert Geduld. Das wusste ich von Anfang an, dass das kein ganz einfacher Weg wird“, sagte der CSU-Vorsitzende am Sonntag in Augsburg beim Tag der Sudetendeutschen. „Wir haben die Hand ausgestreckt, wir lassen sie ausgestreckt und wir versuchen zum Nutzen der Menschen auf beiden Seiten vorwärts zu kommen.“

          Am Vortag hatte eine indirekte Entschuldigungsforderung des Vorsitzenden der Landsmannschaft, Franz Pany, an die tschechische Führung für Wirbel und Empörung gesorgt. Der tschechische Präsident Vaclav Klaus warf den Sudetendeutschen daraufhin „außerordentliche Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit“ vor. Pany hatte die Forderung in Form einer Frage gestellt.

          Unter Hinweis auf die englische Königin, die bei einem Besuch in Irland ihr Bedauern über den jahrhundertealten Konflikt zwischen Briten und Iren ausgedrückt hatte, sagte der Chef der Landsmannschaft: „Was hindert ein republikanisches Staatsoberhaupt wie den Präsidenten der tschechischen Republik, solches oder ähnliches in Richtung der Vertriebenen und entrechteten Sudetendeutschen zu äußern?“

          Wenig Verständnis für die Kritik des tschechischen Präsidenten zeigte der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt. „Ich verstehe absolut nicht, warum der Präsident eines Landes, in dem gottseidank die Menschen wieder fragen nach unbequemen Themen wie Vertreibung - warum der diesen Sudetendeutschen Tag in einer Art und Weise angreifen muss, die an die Zeit vor 1989 erinnert“, sagte er am Sonntag.

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