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Täter von Hanau : Nur noch lose Fäden zur Wirklichkeit

Der mutmaßliche Attentäter Tobias R. in seinem Video Bild: Youtube/Screenshot F.A.Z.

Bei Tobias R., dem mutmaßlichen Täter von Hanau, verbanden sich Fremdenfeindlichkeit und Verschwörungstheorien mit Wahnvorstellungen. Das zeigt ein Blick in ein Video und mehrere Dokumente R.s, die der F.A.Z. vorliegen.

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          Wer war Tobias R., der in Hanau mutmaßlich zehn Menschen ermordete? Aus welchen Quellen speiste sich sein Weltbild, in wessen Namen glaubte er zu handeln? Ist er ein rechtsextremer Terrorist im konventionellen Sinn des Wortes, der aus blankem Fremdenhass eine Shisha-Bar und einen Kiosk zu seinen Zielen auserwählt hat? War er Teil eines Netzwerks, oder ist er ein sozial isolierter Einzeltäter, der sich in den finsteren Foren des Internets radikalisiert hat?

          Constantin van Lijnden

          Redakteur für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Bis diese Fragen endgültig beantwortet sind, wird es noch dauern – doch ein Video sowie mehrere Dokumente des Täters, die der F.A.Z. vorliegen, geben einige deutliche Anhaltspunkte. Eines der Dokumente kann man als Manifest und Abschiedsbrief bezeichnen; es ist 24 Seiten lang und enthält eine mäandernde Chronologie seines Lebens, die immer wieder von bizarren Exkursen zu Geopolitik, Militärstrategie, Wirtschaftsmacht und der Filmbranche durchbrochen wird. Anschlagspläne werden darin nicht explizit angesprochen, wohl aber angedeutet, etwa wenn es heißt, dass R. die Bestätigung seiner Thesen „nicht mehr miterleben“ können wird, und dass ihm nichts anderes übrig geblieben sei, als so zu handeln, wie er es getan habe, „um die notwendige Aufmerksamkeit zu erlangen“.

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