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Gegen Baum gerast : Syrische Flüchtlinge retten NPD-Politiker aus zerstörtem Auto

  • -Aktualisiert am

NPD-Politiker Stefan Jagsch war bei der Kommunalwahl Spitzenkandidat im hessischen Altenstadt. Bild: Frank Röth

Erste Hilfe kennt keine Nationalität - und auch keine Parteifarbe: Der hessische NPD-Politiker Stefan Jagsch ist von der Fahrbahn abgekommen und in einen Baum gerast. Aus dem demolierten Auto zogen ihn ausgerechnet syrische Flüchtlinge.

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          Bei den hessischen Kommunalwahlen am 6. März hatte die NPD in Büdingen, wo es eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge gibt, 10,2 Prozent der Stimmen geholt. Im benachbarten Altenstadt waren es zehn Prozent. NPD-Spitzenkandidat dort war Stefan Jagsch. Der frühere hessische Landesvorsitzende ist am vergangenen Mittwochmorgen mit seinem Auto im Wetteraukreis aus noch ungeklärten Gründen von der Bundesstraße zwischen Altenstadt und Büdingen abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

          Timo Frasch
          Politischer Korrespondent in München.

          Als erste am Unfallort waren zwei Kleinbusse mit syrischen Flüchtlingen. Einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Rundschau“ bestätigte Jürgen Kraus, der stellvertretende Stadtbrandinspektor von Büdingen, FAZ.NET. Auch er berief sich dabei auf Augenzeugenberichte vom Unfallort.

          Kraus hatte mit seinen Leuten einen Brandeinsatz in der Nähe und kam etwa zur selben Zeit wie der Rettungsdienst zum Unfallort. Da hatten nach Darstellung von Autofahrern, die ebenfalls angehalten hatten, schon zwei der Flüchtlinge den NPD-Funktionär aus seinem offenbar völlig demolierten Wagen befreit und erste Hilfe geleistet. Jagsch wurde nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Büdingen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

          „Eine sehr gute, humane Leistung“

          Die Polizei, die offenbar kurz nach der Feuerwehr am Unfallort eintraf, wollte am Dienstag gegenüber FAZ.NET lediglich bestätigen, dass „ein 29 Jahre alter ortsansässiger Politiker aus unbekannten Gründen gegen einen Baum geprallt ist“. Von der ersten Hilfe der Flüchtlinge, die den Unfallort zügig verlassen haben, wisse man nur „vom Hörensagen“. Der hessische NPD-Vorsitzende Jean-Christoph Fiedler bezeichnet die Hilfe der Syrer gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ als „wohl eine sehr gute, humane Leistung“. Beim Wetteraukreis hieß es, man wisse nicht, um welche Flüchtlinge es sich gehandelt haben könnte.

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