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Suizid nach Abschiebung : Afghanischer Asylbewerber litt unter psychischen Problemen

  • Aktualisiert am

Abgelehnte Asylbewerber steigen am Baden-Airport in Rheinmünster in ein Flugzeug Bild: dpa

Der Suizid eines abgeschobenen Afghanen hatte für Aufsehen gesorgt. Offenbar litt der Mann schon länger unter psychischen Problemen. Trotzdem wurde der Mann als flugtauglich eingestuft.

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          Der abgelehnte afghanische Asylbewerber, der sich nach seiner Abschiebung aus Deutschland in der afghanischen Hauptstadt Kabul das Leben genommen hatte, litt einem Medienbericht zufolge seit Monaten unter psychischen Problemen. Laut einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ sagten ehemalige Mitbewohner des Afghanen, der junge Mann habe depressiv und verwirrt gewirkt. Im Frühjahr 2018 befand er sich demnach wegen psychischer Probleme in Behandlung.

          Unter solchen Umständen würden Behörden in der Regel von Rückführungen absehen, berichtete der „Spiegel“. Die Hamburger Ausländerbehörde hingegen bekräftigt, der Afghane sei vor der Abschiebung auf Flugtauglichkeit untersucht worden. Anzeichen für eine Suizidgefahr habe es dabei nicht gegeben.

          Der Afghane war in Deutschland wegen diverser Vergehen mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Nach Informationen des “Spiegel“ wurde er bereits 2014 wegen Schwarzfahrens und Diebstahls zu Sozialstunden verurteilt. Am Silvesterabend 2017 soll er einen Mann in einem Hostel ausgeraubt haben. Noch bevor das Verfahren vor Gericht ging, wurde der Mann in der vergangenen Woche abgeschoben. Später wurde er tot in einer Zwischenunterkunft in Kabul aufgefunden.

          Der Fall sorgte auch deswegen für großes Aufsehen, weil sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in einer flapsigen Bemerkung erfreut darüber gezeigt hatte, dass an seinem 69. Geburtstag 69 Menschen nach Afghanistan zurückgebracht worden waren. „Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war“, hatte Seehofer bei der Vorstellung seines „Masterplan Migration“ am Dienstag gesagt.

          Seehofers Äußerung hatte parteiübergreifend für Unverständnis und Empörung gesorgt. Bayerns Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze warf Seehofer „Zynismus“ vor. Die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) schrieb in einem offenen Brief, dass bei Seehofer „jeder Anflug von Humanität auf der Strecke geblieben“ sei. Politiker der Linken, Grünen sowie der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert forderten Seehofer zum Rücktritt auf. 

          Der „Spiegel“ berichtet darüber hinaus, die Bundesregierung kümmere sich, entgegen ihrer Zusage, zu wenig um abgeschobene Asylbewerber nach deren Rückkehr nach Afghanistan. Vielmehr würden die Menschen in einer Übergangsunterkunft der Internationalen Organisation für Migration (IOM) überwiegend sich selbst überlassen.

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