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Sudetendeutsche : In der eigenen Vergangenheit gefangen

Die Traditionspflege bleibt: Auf dem Sudetendeutschen Tag an Pfingsten 2017 Bild: dpa

Die Sudetendeutschen wollen historischen Ballast loswerden – und scheitern damit vor Gericht. Für den Gegenanwalt ist die Landsmannschaft der Sudeten ein gefundenes Fressen.

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          Bernd Posselt ist dieser Tage ständig unterwegs. Am Pfingstwochenende steht der große Sudetendeutsche Tag in Augsburg an und für Posselt, der vor vier Jahren seinen Sitz im Europäischen Parlament verlor und seither wieder den Bundesvorsitz der Landsmannschaft übernommen hat, ist das der Höhepunkt eines politischen Jahres. Markus Söder wird erstmals in seiner Funktion als Schirmherr der Sudetendeutschen sprechen, der er als bayerischer Ministerpräsident ist; Posselt darf dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn den Europäischen Karlspreis der Landsmannschaft verleihen; dazu dürfte ihn mit stiller Freude erfüllen, dass das Thema Heimat, dem er sein Leben gewidmet hat und für das die Sudetendeutschen lange im besten Fall belächelt, oft aber auch angefeindet wurden, plötzlich eine Renaissance quer durch die politischen Lager erlebt.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

          Die Welt könnte für Posselt also so schön sein, wäre da nicht ein Problem: Seit Jahren wird sein Verband durch einen grotesken Rechtsstreit daran gehindert, sich von seiner eigenen Vergangenheit zu lösen und sich von einem alten Ziel zu verabschieden, das die große Mehrheit der Sudeten für überholt hält und das zudem nicht mehr in ein modernes Europa passen will: die „Wiedergewinnung der Heimat“ in der Tschechischen Republik.

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