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Hamburger SS-Prozess : Ein mahnendes Signal nach 75 Jahren

Die Maschine am Laufen gehalten? Bruno D. im Mai Bild: AFP

Der Prozess gegen einen Wachmann aus dem KZ Stutthof steht vor dem Abschluss. Der Staatsanwalt wirft Bruno D. Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vor. Er verlangt eine Jugendstrafe von drei Jahren Haft.

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          Bevor die Beweisaufnahme geschlossen wird und der Staatsanwalt mit seinem Plädoyer beginnt, wird auch am Montag wieder schmerzhaft deutlich, um was es hier im Hamburger Oberlandesgericht geht: die Mordmaschine der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Die Richterin verliest die Aussagen von zwei Zeuginnen, die in diese Maschine geraten sind und sie doch überlebt haben. Zwei Frauen, die in das deutsche KZ Stutthof nahe Danzig deportiert worden waren und die 75 Jahre später von dem Schrecken berichten. Von Bergen aus Schuhen und Brillen, die sie bei der Ankunft gesehen haben. Von Hunger, Kälte, Durst, Krankheit, Schmerzen und dem allgegenwärtigen Tod. Von Misshandlungen und den Wachtürmen. „Stutthof war die Hölle auf Erden“, liest die Richterin Anne Maier-Göring vor.

          Matthias Wyssuwa
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Dann schließt sie die Beweisaufnahme – und Staatsanwalt Lars Mahnke erklärt in seinem Plädoyer, warum er den Angeklagten Bruno D. der Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen für schuldig hält. D. war SS-Wachmann in Stutthof gewesen, äußerlich regungslos folgt er den Ausführungen von Mahnke. Auch D. soll dazu beigetragen haben, dass diese Maschine am Laufen gehalten wurde.

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