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Studien zu Muslimen : Droht eine Islamisierung Deutschlands?

Trotzdem kann eine Minderheit, die den rechtlichen und sittlichen Grundkonsens eines Landes nicht teilt, viel Konflikt hervorrufen. Zu den Schlagwörtern, die die öffentliche Debatte dazu in den vergangenen Jahren bestimmt haben, liegt wenig oder kein statistisches Material vor. So ist unbekannt, wie viele islamische Friedensrichter es in Deutschland gibt.

Ein Prozent sind Ehrenmorde

Medienberichte legen immerhin nahe, dass diese sogar Straftaten nach der Scharia schlichten. Zu zwei Reizwörtern aus der Schule gibt es immerhin Daten: So hat das Bundesamt für Migration in der Studie von 2009 festgestellt, dass 86,5 Prozent der muslimischen Schüler am gemischtgeschlechtlichen Sportunterricht teilnehmen.

Das ist kaum weniger als bei Angehörigen anderen Religionen (88,7 Prozent). 2,2 Prozent der muslimischen Mädchen nehmen nicht am gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht teil, was ein wenig mehr ist als bei anderen Religionen (0,8 Prozent).

Andere Zahlen deuten auf größere Integrationsprobleme hin. So hat das Bundesfamilienministerium für das Jahr 2008 ermittelt, dass in 830 deutschen Beratungsstellen 3443 Personen Rat wegen einer Zwangsheirat suchten. Ein großer Teil davon waren Muslime. Da es weit mehr Beratungszentren in Deutschland gibt und viele Betroffene gar keinen Rat suchen dürften, gibt es vermutlich noch mehr Fälle.

Das deutet darauf hin, dass es sich um kein kleines Phänomen handelt. Auch „Ehrenmorde“ sind keine Einzelfälle. Das Bundeskriminalamt hat für den Zeitraum von 1996 bis 2005 78 Fälle in Deutschland gezählt, also knapp acht im Jahr. Das entspricht etwa einem Prozent aller Morddelikte, die im Jahr in Deutschland verübt werden. Die Täter waren meist Muslime, überwiegend aus der Türkei und arabischen Ländern, aber auch aus dem ehemaligen Jugoslawien, Albanien, Pakistan und Afghanistan.

Die Minderheit der Minderheit

Eine schon etwas ältere, aber umfangreiche Studie des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2007 zeigt außerdem, dass unter Muslimen in Deutschland Einstellungen verbreitet sind, die schwer mit Demokratie und Rechtsstaat vereinbar sind. So gaben 46,7 Prozent an, dass die Gebote ihrer Religion wichtiger seien als die Demokratie.

65,5 Prozent waren für eine staatliche Kontrolle von Medien und Presse. 33,6 Prozent befürworteten die Todesstrafe. 48,4 Prozent waren der Meinung, dass die Demokratie schuld sei an der hohen Kriminalität. 20,2 Prozent waren für die Abschaffung des Streikrechts. 9,4 Prozent sprachen sich dafür aus, dass in Deutschland die Prügelstrafe wie in der Scharia verhängt werden kann.

Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass bei etwa zehn Prozent der Muslime eine „ausgeprägte Distanz“ zu den Grundprinzipien von Demokratie und Rechtsstaat bestehe. Diese Leute lebten oft in wirtschaftlich schwierigen Umständen, hätten wenig Bildung, Erfahrungen mit Diskriminierung und informierten sich hauptsächlich über nichtdeutsche Medien. Es wären etwa 400.000 Menschen – eine Minderheit in der Minderheit, aber keine Größe, die politisch zu vernachlässigen wäre.

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