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Kirche und Missbrauch : Mittäter in den eigenen Reihen

Das Dunkelfeld von Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche ist weiterhin groß (Symbolbild). Bild: dpa

Die Studie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hat lediglich Licht in das in Akten dokumentierte Hellfeld gebracht. Das Dunkelfeld des Leids – und derjenigen, die es verschleierten – ist weiter groß.

          Sollten die katholischen Bischöfe in Deutschland je die Hoffnung gehegt haben, nach Abschluss eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts über sexuellen Missbrauch („MHG-Studie“) werde sich ein Schleier des Nicht-mehr-wissen-Wollens über die Kirche und Gesellschaft legen, so hat sich diese nicht erfüllt. Im Gegenteil.

          Denn die Studie hat nur Licht in das in Akten dokumentierte Hellfeld gebracht. Das Dunkelfeld wiederum besteht nicht nur aus Tätern, von denen sich in den Akten keine Spuren finden, und Betroffenen, von denen manche doch noch ihre Sprache wiederfinden. Die Dritten im Bunde sind Bischöfe, Generalvikare und Personalchefs, die bis in die Gegenwart hinein den Schutz der Institution über den Schutz von Kindern und Jugendlichen stellten.

          Viele Verantwortungsträger sind verstorben. Aber nicht wenige leben noch und haben – bis auf Bode (Osnabrück) und Wanke (Erfurt) – nichts zu sagen. In Frankreich müssten sie sich, wie der Lyoner Erzbischof Barbarin, vor Gericht verantworten. Hierzulande werden sie durch staatliches Recht geschützt – und durch ihre Nachfolger gedeckt.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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