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Studie über Muslime : Bildung schützt nicht vor Gewaltbereitschaft

  • -Aktualisiert am

Koranschule in Mannheim: 17,5 Prozent der Ausländerkinder sind ohne Abschluss Bild: F.A.Z. / Wolfgang Eilmes

Allzu viele der Muslime in Deutschland lehnen den Rechtsstaat ab und akzeptieren Gewalt. Gerade die Gebildeten beschäftigen sich intensiv mit der Lage der Muslime in der Welt und fühlen sich in eine Opferrolle gedrängt. Mit gefährlichen Folgen.

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          Es sind ernüchternde Zahlen, die Maria Böhmer (CDU) Mitte dieser Woche in Berlin vorstellte: Die Chancen von Zuwanderern in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt seien „dramatisch“ schlecht. 17,5 Prozent der Ausländerkinder verlassen die Schule ohne Abschluss, 40 Prozent haben keine Berufsausbildung, unter den Türken sind es sogar 72 Prozent. Ihr Risiko, arbeitslos zu werden, ist doppelt so hoch wie das der Deutschen - auch wenn es hierzulande mittlerweile mehr als eine halbe Million Unternehmer ausländischer Herkunft gibt, die knapp zwei Millionen Arbeitsplätze geschaffen haben. Insgesamt leben 15 Millionen Menschen mit „Migrationshintergrund“ in Deutschland, fast ein Fünftel der Bevölkerung.

          Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt Böhmer unter anderem eine frühe Sprachförderung, Nachqualifizierungen für Schüler ohne Abschluss und die verstärkte Einstellung von Zuwanderern in der Kommunalverwaltung und in den Schulen. Vor allem in der Bildung seien stärkere Anstrengungen als bisher nötig. „Wir müssen die Bildungssituation von Migranten verbessern, um den Teufelskreis aus mangelnden Sprachkenntnissen, geringer Bildung und schlechten Berufsaussichten zu durchbrechen“, sagte sie.

          Fast einhunderttausend gelten als „gewaltaffin“

          Dass Bildung allein jedoch nicht alle Probleme lösen kann, macht ein anderer Bericht deutlich, den - war es Zufall? - just am selben Tag Wolfgang Schäuble (CDU) vorlegte. Der Innenminister präsentierte die Ergebnisse einer Studie, die noch sein Vorgänger Otto Schily (SPD) 2004 bei Wissenschaftlern der Universität Hamburg in Auftrag gegeben hatte. Thema des mehr als 500 Seiten dicken Wälzers: die religiösen und politischen Einstellungen der etwa drei Millionen Muslime in Deutschland.

          Die Untersuchung zeigt, dass eine zwar kleine, aber nicht zu vernachlässigende Zahl der in Deutschland lebenden Muslime zur Gewalt gegen Andersgläubige bereit ist. Etwa sechs Prozent - also fast einhunderttausend Personen - seien als „gewaltaffin“ einzustufen, immerhin 14 Prozent - deutlich mehr als dreihunderttausend - hätten ein distanziertes Verhältnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und/oder eine hohe Akzeptanz von politisch-religiös motivierter Gewalt.

          Seit dem 11. September 2001 in eine Opferrolle gedrängt

          Religion, so die Autoren der Studie, habe für die in Deutschland lebenden Muslime eine „enorm hohe Bedeutung“, viel höher als bei allen anderen Religionsgemeinschaften. Etwa 12 Prozent könne man gar als „islamisch-autoritaristisch“ bezeichnen - ein Etikett, das eine „starke moralische Kritik an der westlichen Demokratie“ ebenso einschließt wie „eine starke Befürwortung von Todesstrafe und von Körperstrafen unter Bezug auf islamisches Recht“.

          Wie sich bei der Befragung von knapp 1750 Muslimen gezeigt hat, ist etwa ein Drittel dieser „islamisch-autoritaristischen“ Gruppe nicht etwa gering gebildet, sondern sogar gut. Denn gerade die Gebildeten, fanden die Wissenschaftler heraus, beschäftigen sich intensiv mit der Lage der Muslime in der Welt und glauben, eine Unterdrückung ihrer Glaubensgenossen in globalem Maßstab zu erkennen. Auch wenn sie persönlich noch nie diskriminiert worden seien, sähen sie sich seit dem 11. September 2001 in eine Opferrolle gedrängt, fühlten sich Misstrauen und Kontrolle ausgesetzt.

          Muslime mit eigenen Maßstäben

          Mit gefährlichen Folgen: „Diese Gruppe findet für sich im Koran und in der Religion eine Option der Sinnsuche und der Vermittlung von Wahrheiten wie auch die Aufforderung dazu, sich für die Rechte der im Weltmaßstab als unterdrückt wahrgenommenen Muslime politisch zu engagieren, sowie eine Legitimation, sich dafür notfalls auch mit Gewalt einsetzen zu dürfen.“

          Betrachtet man dagegen nicht nur die Muslime, sondern alle in Deutschland lebenden Ausländer, dann scheint der Satz zu gelten: Je gebildeter die Einwanderer und je urbaner ihre Herkunftsregion, desto größer ihre Bereitschaft zur Integration. Diesen Schluss legt zumindest eine weitere Studie nahe, die nicht weniger als acht verschiedene Migranten-Milieus unterscheidet. Die Mehrzahl der „Integrationsverweigerer“ kommt übrigens aus dem „religiös verwurzelten“ Milieu. Die Muslime bilden also unter den Ausländern in Deutschland eine besondere Gruppe mit eigenen Maßstäben.

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