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Bertelsmann-Studie : Personal in Kitas noch immer nicht ausreichend

  • Aktualisiert am

In der Kita „Mucklas“ in Hamburg Bild: dpa

Die Zahl der Erzieher in deutschen Kindertagesstätten hat zugenommen - aber nicht ausreichend. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es große Unterschiede.

          In deutschen Kindertageseinrichtungen gibt es nach einer Analyse der Bertelsmann Stiftung trotz positivem Trend noch immer nicht genügend Erzieher. Zudem unterschieden sich die Personalschlüssel und damit die Betreuungsqualität zwischen den Bundesländern und besonders zwischen Ost und West erheblich, wie aus dem am Montag in Gütersloh veröffentlichten „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ hervorgeht.

          Die besten Personalschlüssel bundesweit haben demnach die Kitas in Baden-Württemberg. 3,1 Krippenkinder und 7,7 Kindergartenkinder kommen hier auf eine Erzieherin. Der Empfehlung der Stiftung zufolge sollte eine Erzieherin für höchstens drei unter Dreijährige oder 7,5 Kinder ab drei Jahren zuständig sein. Das tatsächliche Betreuungsverhältnis im Kita-Alltag falle aber ohnehin ungünstiger aus als der Personalschlüssel, weil Erzieher mindestens ein Viertel ihrer Zeit für Team- und Elterngespräche, Dokumentation und Fortbildung aufwenden.

          Auch Hamburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt haben laut Stiftung den Personalschlüssel verbessert. In den östlichen Bundesländern müssen sich Erzieherinnen laut Stiftung generell um deutlich mehr U3-Kinder kümmern als im Westen. „Die Personalschlüssel sind längst noch nicht überall kindgerecht und pädagogisch sinnvoll, aber der Trend ist positiv“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

          In den neuen Bundesländern müssen sich Erzieherinnen generell um deutlich mehr unter Dreijährige kümmern als im Westen: Der Personalschlüssel im Osten liegt bei eins zu 6,1, im Westen bei eins zu 3,6. Die Personalschlüssel für die Kindergartengruppen sind in den West-Ländern im Durchschnitt ebenfalls besser als im Osten. Dafür liegt der Anteil der Kinder unter drei Jahren in Kitas in den neuen Ländern mit 46,6 Prozent erheblich höher als im Westen (22,7 Prozent).

          Die Bertelsmann Stiftung analysierte zudem für ihrem aktuellen Ländermonitor die strukturellen Arbeitsbedingungen in den Kitas. Dabei stellte sich heraus, dass in kaum einem Bundesland derzeit klar geregelt ist, wie viel Arbeitszeit für Aufgaben neben der eigentlichen pädagogischen Arbeit mit den Kindern reserviert ist.

          Während Vollzeitkräfte für Team- und Elterngespräche, Dokumentation und Fortbildung in der Regel ausreichend Zeit einplanen können, geraten die Teilzeitkräfte laut der Studie dabei unter Druck. Immerhin 41 Prozent der Kita-Mitarbeiter arbeiten der Untersuchung zufolge weniger als 32 Wochenstunden. Von den ausgebildeten Fachkräften unter 25 Jahren haben ebenfalls 41 Prozent lediglich ein befristetes Arbeitsverhältnis.

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