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Insgesamt 100 Millionen : Studenten müssen Corona-Hilfe nicht zurückzahlen

Klausur schreiben in den Kölner Messehallen statt im Hörsaal. Bild: dpa

Job verloren oder die Eltern können finanziell nicht mehr helfen: Die Soforthilfe für Studenten steht nun bereit. Sie richtet sich gezielt an jene, die kein Bafög bekommen.

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          Von diesem Dienstag an können Studenten eine Corona-Nothilfe beantragen, wenn sie sich nachweislich pandemiebedingt in einer finanziellen Notlage befinden. Bei der Überbrückungshilfe handelt es sich um einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss und zunächst für Juni, Juli und August beantragt werden kann. Studenten müssen nachweisen, dass sie weniger als 500 Euro auf dem Konto haben, dass ihnen ihr Nebenjob gekündigt wurde oder ihre Eltern in Kurzarbeit sind und deshalb nicht die monatliche Überweisung leisten können.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Gedacht ist an Studenten, die nicht für das Bafög berechtigt sind. Auch ausländische Studenten, die aus Drittstaaten oder der EU kommen und weniger als drei Jahre in Deutschland sind, dürfen die Überbrückungshilfe beantragen. Sie sind besonders häufig von den Hilfen ihrer Eltern abgeschnitten. Alle Studenten an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen „sind antragsberechtigt, aus dem In- wie Ausland, unabhängig von Alter und Semesterzahl“. Nicht antragsberechtigt sind Studenten an Verwaltungshochschulen oder Bundeswehrhochschulen, auch keine Studenten im dualen Studium.

          Wer noch 200 Euro auf dem Konto hat, darf noch 300 Euro dazu beantragen. Die Höchstsumme liegt bei monatlich 500 Euro. Größere Bewegungen auf dem Konto werden anhand der Kontoauszüge nachverfolgt, so dass niemand sein Konto leer räumen kann, um dann die Nothilfe zu beantragen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) teilte mit, dass insgesamt 100 Millionen Euro für die Überbrückung zur Verfügung stehen. Vom 25. Juni an können die Anträge bearbeitet werden, denn alles muss sich digital vollziehen und das Bearbeitungstool ist nach Angaben des Generalsekretärs des Deutschen Studentenwerks Achim Meyer auf der Heyde noch nicht ganz fertig. Danach soll die Bearbeitung aber schnell gehen und das Geld soll möglichst schon im Juni überwiesen werden. Zuständig für die Antragstellung sind die Studentenwerke vor Ort.

          Der Sprecher für Studium, berufliche Bildung und lebenslanges Lernen der FDP-Bundestagsfraktion Jens Brandenburg kritisierte die verspätete Hilfe. „Vier Monate nach den großen Nebenjobverlusten soll die erste Überbrückungshilfe fließen. Von einer Soforthilfe kann schon längst keine Rede mehr sein“. Die Einzelprüfung monatelanger Kontobewegungen verzögere die Hilfe nur noch weiter.

          Die Studentenvertretung fzs kritisierte die Begrenztheit der Mittel. Wer null Euro auf dem Konto habe, bekomme ganze 500 Euro. „Wenn 66.666 Studierende drei Monate lang 500 Euro erhalten, ist der Topf leer. Dabei hat eine repräsentative Umfrage ergeben, dass eine Million Studierende in der Corona-Krise ernste finanzielle Probleme haben“, so der fzs, der eine Öffnung des Bafög bevorzugt hätte. Das gilt auch für die Grünen.

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