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Auschwitz-Prozess : Streit unter den Nebenklägern

Die Auschwitz-Überlebende Eva Kor wird von den anderen Nebenklägern kritisiert. Bild: dpa

49 Nebenkläger haben sich in einer Stellungnahme gegen Eva Kor gewandt. Die Auschwitz-Überlebende, ebenfalls Nebenklägerin, habe ihr Vergeben gegenüber dem Angeklagten zu öffentlich inszeniert.

          In dem Prozess gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning ist es offenbar zu einem Zerwürfnis zwischen den Nebenklägern gekommen. Die Vertreter von 49 Nebenklägern, Cornelius Nestler und Thomas Walther, kritisierten am Montag in einer Erklärung, dass die Auschwitz-Überlebende Eva Kor ihr Vergeben gegenüber dem Angeklagten Gröning öffentlich inszeniere.

          Alexander Haneke

          Redakteur in der Politik.

          Die 81 Jahre alte Kor, die in Lüneburg als Nebenklägerin auftritt, war mit zehn Jahren nach Auschwitz gebracht und dort mit ihrer Schwester von Josef Mengele für medizinische Versuche missbraucht worden. In dem Lüneburger Prozess hatte sie in der vergangenen Woche gesagt, sie habe für sich einen Weg gefunden, mit dem Schmerz zu leben, indem sie ihren früheren Peinigern – auch dem Angeklagten – vergebe. Nach einer Verhandlung hatte sie Gröning die Hand gegeben und sich von ihm umarmen lassen.

          Am Sonntagabend dann sagte sie in der ARD-Sendung „Günther Jauch“, dass wichtiger als die Anklagen sei, dass Leute wie Gröning in Schulen gingen und jungen Leuten von Auschwitz erzählten. In ihrer Erklärung schreiben die 49 Nebenkläger, sie könnten Gröning seine Taten nicht verzeihen, zumal der sich bisher „frei von jeglicher strafrechtlicher Schuld“ fühle. Kors Anwalt sagte dieser Zeitung hingegen,  Kor habe immer betont, wie wichtig es sei, dass dieser Strafprozess stattfinde. Mit ihre Vergebung spreche sie den Täter nicht von seiner Verantwortung frei.

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