https://www.faz.net/-gpf-98fa7

Streit um Zwischenruf : Kubicki ist bereit zu einem Hörtest

  • Aktualisiert am

Die AfD bezweifelt, dass Kubicki noch richtig hört. Bild: dpa

Weil sie einen Zwischenruf in einer Bundestagsdebatte von Vize-Bundestagspräsident Kubicki falsch verstanden glaubt, vermutet die AfD bei ihm eine Hörschwäche. Das will der FDP-Politiker widerlegen.

          AfD und FDP sitzen im Bundestag nebeneinander. Doch gute Nachbarschaft sieht anders aus. Die AfD-Fraktion teilte am Freitag mit, sie werde wegen einer Aussage des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki in einem Interview mit der Wochenzeitschrift „Zeit“ Strafanzeige erstatten. Die AfD sprach von einem Versuch, „unsere Fraktion auf plumpeste und übelste Art und Weise zu diffamieren“. Gleichzeitig warf sie die Frage auf, ob Kubicki womöglich eine „Hörschwäche“ habe.

          Kubicki hatte sich in dem Interview fassungslos über einen Zwischenruf der AfD bei einer Debatte über Integration und den millionenfachen Mord an den Juden in der Nazi-Zeit gezeigt. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er, er habe aus den Reihen der AfD den Satz „da haben wir zu wenig getan“ gehört. Diesen habe er bezogen auf das „Dritte Reich“ interpretiert. Im Übrigen höre er „relativ gut“. Er sagte: „Ich bin gerne bereit, mich in Anwesenheit der Abgeordneten der AfD einem Hörtest zu unterziehen.“

          Dass die AfD mutmaßt, der 66 Jahre alte Politiker höre womöglich nicht optimal, hat auch mit der Plenarsitzung vom 15. März zu tun. Kubicki, der die Sitzung als stellvertretender Bundestagspräsident geleitet hatte, warf in der Debatte einem AfD-Abgeordneten vor, er habe nach einer Rede von Claudia Roth (Grüne) „Heul weiter!“ dazwischengerufen. Dies sei erbärmlich. Als ein Blick ins Sitzungsprotokoll später ergab, dass der Abgeordnete Thomas Seitz nicht „Heul weiter!“, sondern „Träum weiter!“ gerufen hatte, entschuldigte sich Kubicki bei ihm.

          Weitere Themen

          Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Brexit-Streit : Auf gar keinen Fall Kontrollen

          Boris Johnson und die EU sind sich zumindest in einem Punkt einig: Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland dürfen nicht sein. Doch wie soll das ohne Backstop-Klausel gehen?

          Linke Regierung in Rom möglich

          Nach Contes Rücktritt : Linke Regierung in Rom möglich

          Die Sozialdemokraten und die Fünf-Sterne-Bewegung erwägen eine gemeinsame Regierungsarbeit – unter fünf Bedingungen. Staatspräsident Mattarella hat für Dienstag die nächsten Konsultationen angesetzt.

          Topmeldungen

          Nach Contes Rücktritt : Linke Regierung in Rom möglich

          Die Sozialdemokraten und die Fünf-Sterne-Bewegung erwägen eine gemeinsame Regierungsarbeit – unter fünf Bedingungen. Staatspräsident Mattarella hat für Dienstag die nächsten Konsultationen angesetzt.

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.
          Der gemeinnützige Verein Deutsches Tagebucharchiv e. V hat seinen Sitz in Emmendingen, einer Stadt im Südwesten Baden-Württembergs.

          Erinnerungen : Einblicke in die deutsche Seele

          Das Deutsche Tagebucharchiv sammelt Lebenserinnerungen und Briefe jeglicher Art – von ganz gewöhnlichen Menschen. Es sind faszinierende Dokumente,die die Vergangenheit spürbar machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.