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Streit um religiöses Symbol : Mehrheit der bayerischen Wähler für Kreuzpflicht

  • -Aktualisiert am

Markus Söder, Bayerischer Ministerpräsident (CSU), hängt ein Kreuz im Eingangsbereich der bayerischen Staatskanzlei auf. Bild: dpa

Ist das die Kehrtwende in der Kreuzpflicht-Debatte? Eine Umfrage zeigt, welche Gruppen das Vorhaben des CSU-Ministerpräsidenten Söder nun doch unterstützen. Verfassungswidrig soll die Pflicht hingegen nicht sein.

          Eine Mehrheit der bayerischen Wähler unterstützt den Beschluss des bayerischen Kabinetts, ein Kreuz im Eingangsbereich von Dienstgebäuden des Freistaats anzubringen. 56 Prozent der bayerischen Wähler befürworten die Entscheidung, 38 Prozent lehnen sie ab. Das ergab eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des Bayerischen Rundfunks.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Während sich Anhänger der AfD (77 zu 19 Prozent), der CSU (71 zu 24) und der Freien Wähler (56 zu 32) mehrheitlich für das Anbringen von Kreuzen aussprachen, sind die Anhänger der SPD in der Frage eher gespalten (52 zu 46). Die Anhänger der FDP (29 zu 67) und vor allem der Grünen (26 zu 74 Prozent) sind mehrheitlich dagegen. Starke Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land: Während in kleinen Gemeinden mit bis zu 5000 Einwohnern zwei Drittel (66 Prozent) die Kreuzpflicht gutheißen, ist es in großen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern nicht einmal jeder Zweite (45 Prozent).

          Kirchenvertreter für Kreuzpflicht

          Nachdem sich Vertreter der Kirchen zuletzt kritisch gegenüber dem Vorhaben geäußert hatten, erhielt Söder nun Unterstützung. Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer äußerte in einem Pontifikalamt am 1. Mai, er begrüße es ausdrücklich, „wenn in öffentlichen Einrichtungen sichtbar ein Kreuz angebracht ist“.

          Die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler, nannte das Kreuz – ähnlich wie zuvor Söder – ein „inklusives Symbol“. In einem ökumenischen Gottesdienst anlässlich der bayerischen Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum. Mythos Bayern“ in Ettal sagte sie, das Kreuz lehre Demut. Darum freue sie sich darüber, „wenn politisch Verantwortliche sich bewusst unter das Kreuz stellen“.

          Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo di Fabio, schrieb in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“, von einem schlichten Kreuz gehe keine „weltanschauliche oder religiöse Indoktrination“ aus; entsprechend sei die neue Regelung mit dem Grundgesetz konform. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hingegen warf Söder in der Zeitung „Badische Neueste Nachrichten“ vor, ein religiöses Symbol politisch zu instrumentalisieren.

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