https://www.faz.net/-gpf-ae5fo

Streit um Kohleausstieg : Umweltverbände kritisieren Laschet

  • Aktualisiert am

Armin Laschet am Sonntag im ZDF. Bild: dpa

Der Kanzlerkandidat der Union steht nach Interviewäußerungen in der Kritik. Umweltverbände werfen ihm vor, schlecht informiert gewesen zu sein oder gar zu lügen. Im Mittelpunkt des Streits ist das Datum des Kohleausstiegs.

          1 Min.

          Umweltverbände haben empört über Aussagen von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet zum Kohleausstieg reagiert. Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt sagte, Laschet „lügt oder ist falsch informiert, wenn er behauptet, BUND und Greenpeace hätten in der Kohlekommission 2038 für den Kohleausstieg vorgeschlagen“. Das Gegenteil sei richtig. „Wir haben immer
          klargemacht, dass ein so spätes Ausstiegsdatum für ernsthaften Klimaschutz viel zu spät ist und deshalb auch in einem Sondervotum einen Kohleausstieg bis spätestens 2030 gefordert.“

          Auch Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace Deutschland, stellte auf Twitter die Frage, ob Laschet falsch informiert gewesen sei oder gelogen habe: „Beides ist für einen, der Kanzler werden will, unwürdig.“

          Laschet war am Sonntag in einem Interview im ZDF mit Aussagen von CSU-Chef Markus Söder konfrontiert worden. Söder hatte angekündigt, sich dafür einsetzen zu können, schon 2030 den Kohleausstieg zu ermöglichen. Laschet sagte daraufhin, Nordrhein-Westfalen gehe beim Kohleausstieg voran und könne das bis 2030 schaffen. „Aber wir haben eine Kohlekommission gehabt mit Wissenschaftlern, mit Greenpeace, mit dem BUND, mit Professor Schellnhuber, einer der renommiertesten Klimaforscher – und die haben das Datum 2038 vorgeschlagen, weil sie die ökologischen, aber auch die sozialen Fragen insbesondere in der Lausitz, im Osten Deutschlands im Blick haben.“ 

          Laschet sagte weiter, Politik müsse verlässlich sein. „Deshalb finde ich, sollten wir im Zeitplan bleiben.“ Persönlich glaube er, der Ausstieg gehe durch den CO2-Preis schneller.

          Die von der Regierung eingesetzte Kohlekommission hatte Anfang 2019 ihren Bericht vorgelegt. Ihr gehörten Vertreter der Wirtschaft, von Gewerkschaften und Umweltverbänden an sowie Wissenschaftler.

          Weitere Themen

          Greta Thunberg nimmt an „FFF“-Demo teil Video-Seite öffnen

          Berlin : Greta Thunberg nimmt an „FFF“-Demo teil

          Die Gründerin der Bewegung lief am Freitag mit Tausenden Demonstranten durch die Berliner Innenstadt. Im Zuge des globalen Klimastreiks sind weltweit 1500 Veranstaltungen geplant.

          Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

          Allensbach-Umfrage : Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

          Kurz vor der Bundestagswahl ist das Rennen zwischen SPD und Union um Platz Eins weiter offen. In der letzten Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der F.A.Z. verkürzt sich der Abstand zwischen den beiden Parteien.

          Topmeldungen

          So spannend wie lange nicht mehr: Zwischen SPD und Union ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          Allensbach-Umfrage : Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

          Kurz vor der Bundestagswahl ist das Rennen zwischen SPD und Union um Platz Eins weiter offen. In der letzten Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der F.A.Z. verkürzt sich der Abstand zwischen den beiden Parteien.
          Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln, gibt am Freitag in Köln im Garten des Erzbischöflichen Hauses ein Statement ab.

          Papstentscheidung zu Woelki : Das Vertrauen ist definitiv verloren

          Man muss wohl ein unverbesserlicher Optimist sein, um zu hoffen, dass die Krise im Erzbistum Köln mit einer mehrmonatigen „geistlichen Auszeit“ Kardinal Woelkis zu lösen ist. Denn sie lässt nicht nur viele Betroffene ratlos zurück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.