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Konflikt um Gedenkstätte : Wolf Biermann kritisiert Knabe-Unterstützer

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Abgesetzt: Hubertus Knabe, Vorstand und Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen Bild: dpa

Hubertus Knabe soll zu wenig gegen sexuelle Belästigung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen getan haben – und wurde deshalb abgesetzt. Dahinter vermuten einige eine linke Verschwörung. Doch gegen diese Theorie formiert sich Widerstand.

          In der Debatte um den abgesetzten Leiter der Berliner Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, erhält der Stiftungsrat prominenten Zuspruch. Unter der Überschrift „Es reicht!“ kritisieren mehr als 40 frühere DDR-Bürgerrechtler, Historiker, Musiker und Zeitzeugen in einer gemeinsamen Erklärung die Unterstützer Knabes, die hinter seiner Absetzung eine politische Intrige der Linkspartei vermuten.

          Wer die Gerichte umstandslos als politisch beeinflussbar und Teil einer linken Verschwörung des Stiftungsrats darstelle, bediene sich schlicht rechtspopulistischer Argumentationsfiguren, heißt es in der am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Erklärung. Es stelle die Realität des Rechtsstaates in Frage. „Und wer den Entscheidungsprozess des Stiftungsrates als ‚puren Stalinismus‘ bezeichnet, verharmlost die totalitäre Diktatur, die zu bekämpfen sich der ehemalige Direktor der Gedenkstätte auf die Fahnen geschrieben hat.“

          Unterzeichner der Erklärung sind unter anderem der Liedermacher Wolf Biermann, Mauer-Stiftungsdirektor Axel Klausmeier, die Geschäftsführerin der Stiftung Aufarbeitung, Anna Kaminsky, die Brandenburger Diktaturbeauftragte Maria Nooke, der Schriftsteller Jan Faktor, der Leipziger Bürgerrechtler Uwe Schwabe und der Theologe und frühere SPD-Politiker Richard Schröder.

          Kritisiert die Knabe-Unterstützer lautstark: Liedermacher Wolf Biermann

          Ihnen sei die Zukunft der Gedenkstätte Hohenschönhausen wichtig, schreiben sie weiter. „Deshalb sehen wir mit Sorge, dass das Anliegen der Aufarbeitung hinter der Debatte um eine Person verschwindet – zur Freude all jener, die die Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur als störend empfinden.“ In Zeiten, in denen es wieder mehr Menschen gebe, die die autoritäre und obrigkeitsstaatliche Führung eines Gemeinwesens begrüßen, sollte jeder Ort wichtig sein, der daran erinnere, wohin es führen kann, wenn man leichtfertig Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie zur Disposition stellt. Die Unterzeichner fordern zudem, die Amtszeit der künftigen Leitung der Gedenkstätte zu begrenzen.

          Auch Mitarbeiter der Gedenkstätte haben sich am Mittwoch zu Wort gemeldet und in einer gemeinsamen Erklärung hinter den Beschluss des Stiftungsrates gestellt, den bisherigen Direktor und Vorstand Hubertus Knabe abzuberufen. „Wir halten diesen Schritt angesichts der Sachlage für notwendig“, zitiert der in Berlin erscheinende „Tagesspiegel“ (Mittwoch) aus dem Schreiben von 41 Mitarbeitern, Zeitzeugen und Historikern an die Gremien der von Berlin und vom Bund getragenen Stiftung sowie an das Abgeordnetenhaus und den Bundestag.

          Knabe wird vorgeworfen, nicht gegen sexuelle Belästigung durch seinen Stellvertreter eingeschritten zu sein – und dies durch seinen Führungsstil sogar befördert zu haben. Am Freitag verhandelt das Landgericht Berlin die einstweilige Verfügung von Knabe gegen seine Freistellung als Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Hohenschönhausen.

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