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Wegen Priestermangel : Was wird aus den Fakultäten für katholische Theologie?

Diakone bei ihrer Priesterweihe Bild: dpa

Den theologischen Fakultäten fehlen Studenten, Priesterseminare verwaisen. Die Bischofskonferenz hat vor kurzem ein Konzept vorgelegt. Es könnte Bewegung in eine verfahrene Lage bringen.

          6 Min.

          Seit vielen Jahren kennt die Zahl derer, die sich als Theologen in den Dienst der katholischen Kirche stellen wollen, nur eine Richtung: Sie wird immer kleiner. Ähnlich verhält es sich mit der Zahl der Männer und Frauen, die an den staatlichen oder kirchlichen Fakultäten Theologie im Hauptfach studieren. Und als wären das der schlechten Nachrichten nicht genug, fehlt es seit vielen Jahren in vielen Fächern an qualifiziertem akademischen Nachwuchs. Mehr als hundert Theologen wurden zuletzt im Jahr 2008 promoviert, die Zahl der Habilitationen bewegt sich schon länger zwischen zehn und zwanzig im Jahr. Besetzungsverfahren für Lehrstühle enden daher immer öfter ergebnislos.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Die Auswirkungen dieser Implosion auf die insgesamt fast zwanzig staatlichen wie kirchlichen Fakultäten und Hochschulen hielten sich bislang in Grenzen. In Passau und Bamberg ist der Fakultätsstatus seit 2007 außer Kraft gesetzt, die Zahl der Lehrstühle wurde deutlich reduziert. Ein ähnliches Schicksal könnte der Theologie in Würzburg drohen. Ohne sich mit der Fakultät vorab ins Benehmen zu setzen, haben die Bischöfe Franz-Josef Jung (Würzburg) und Ludwig Schick (Bamberg) im März entschieden, die Priesteranwärter ihrer Bistümer vom Wintersemester an in München studieren zu lassen – und das, obwohl die staatskirchenrechtliche Garantie der Fakultät an der Priesterausbildung hängt.

          Zwangsläufig ist der Verlust des Fakultätsstatus oder eine Verringerung der Zahl der Lehrstühle nicht, wenn dort keine Priesterausbildung mehr stattfindet. Die katholische Theologie in Bochum etwa ist darauf schon seit Jahren nicht mehr ausgerichtet. 2012 wollte Bischof Franz-Josef Overbeck das Elend in Gestalt einer Handvoll junger Männer und ihrer Ausbilder nicht länger mitansehen, die sich in den Räumen eines auf viele Dutzend Seminaristen ausgelegten Priesterseminars fernab des Alltags der Katholiken im Ruhrgebiet verloren hatten, und schickte sie zum Studium nach Münster.

          Der Verpflichtung des Landes Nordrhein-Westfalen, in Bochum eine katholisch-theologische Fakultät zu unterhalten, war damit der rechtliche Boden entzogen. Doch im Zusammenwirken von Landesregierung, der Leitung der Ruhr-Universität, dem Bistum Essen und dem Vatikan blieb der dortigen Theologie der Fakultätsstatus erhalten. Die hohe Qualität von Forschung und Lehre sowie die intensive inneruniversitäre Vernetzung zahlten sich aus.

          Priesterseminare verkommen zu Geisterhäusern

          Geht es nach einer Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz, dann stellen sich Fragen nach der Zukunft der Theologie bald an nahezu allen Standorten, an denen sich junge Männer und Frauen derzeit auf einen kirchlichen Beruf vorbereiten. Sechs Jahre ist es her, dass der Münsteraner Bischof Felix Genn in einem Vortrag in Eichstätt öffentlich auf den unhaltbaren Status quo in der Ausbildung hinwies, sowohl mit Blick auf die angehenden Priester als auch deren Ausbilder. Und seit noch viel mehr Jahren dringen die Regenten der zu Geisterhäusern verkommenen Priesterseminare nicht mehr nur auf mehr Kooperation, sondern auch auf mehr Konzentration. Jetzt liegt erstmals ein Konzept vor, das das Zeug hat, Bewegung in die verfahrene Lage zu bringen.

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