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Streit über Sexkaufverbot : Prostitution wie in Skandinavien?

  • -Aktualisiert am

Käuflicher Sex nach Corona-Regeln: Bordell in Karlsruhe Bild: dpa

Der Lockdown für Bordelle und andere Formen der Prostitution ist die Blaupause für ein dauerhaftes Verbot für käuflichen Sex. Parteiübergreifend fordern Politiker das Nordische Modell. Doch dagegen regt sich Widerstand.

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          Zum Schutz vor Covid-19 sind derzeit auch alle Bordelle und Laufhäuser geschlossen; sexuelle Dienstleistungen auf der Straße oder sonst wo anzubieten, ist nach den aktuell gültigen Corona-Schutzverordnungen ebenfalls untersagt. Es ist schon das zweite Mal in diesem Jahr, dass in Deutschland ein Prostitutionsverbot verhängt ist. Das erste galt von Mitte März an je nach Bundesland bis in den September. Prostitutionsgegner wie die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer sehen dadurch den Beweis erbracht, dass sich Sexkauf eben doch verbieten lässt. Sechzehn Bundestagsabgeordnete von CDU und SPD – unter ihnen der frühere Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, die Parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Winkelmeier-Becker, die Gewerkschafterin Leni Breymaier und der Mediziner Karl Lauterbach – wandten sich in einem offenen Brief an alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten. Eindringlich forderten sie, der Sexbranche Lockerungen zu verwehren, am Prostitutionsverbot festzuhalten und empfahlen im Kampf gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel das Nordische Modell. In Ländern wie Schweden, Norwegen oder Finnland ist das Angebot sexueller Dienstleistungen legal, bestraft werden aber Freier und Zuhälter.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Heike Troles, die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, sieht sich ebenfalls in ihrer Einschätzung bestätigt, auch sie bezeichnet den Lockdown als Blaupause – und kommt zum gegenteiligen Schluss. „Die Corona-Pandemie führt uns vor Augen, was passiert, wenn man Prostitution verbietet“, sagt Troles. „Die Prostituierten werden nur in die Illegalität gedrängt. Dadurch ist das Geschäft der Kontrolle durch die Behörden entzogen, und eine Ansprache durch Beratungs- und Hilfsorganisationen ist kaum noch möglich.“ Deshalb dringt Troles darauf, Prostitution „zeitnah“ wieder zuzulassen. Bei der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am Mittwoch müsse das Thema auf den Tisch.

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