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Streit in der Union : Söders schonungslose Hilfe

CSU-Chef Markus Söder: Gibt keine Ruhe Bild: dpa

Das soll Unterstützung ohne Groll sein? Aus München gibt es auch noch Neues zum Zeitgeist. Laschet würde dafür ans Kreuz genagelt.

          1 Min.

          Wie unterschiedlich Verlierer auf ihre Niederlagen reagieren können, zeigen die Interviews von Habeck und Söder. Während der Grüne ausführlich seinen Seelenschmerz schilderte, teilte der CSU-Chef schon wieder aus. Am besten kamen dabei noch die Grünen weg. Die hält Söder für einen „spannenderen“ Koalitionspartner als die FDP, mit dem man auch „die großen Fragen“ besser lösen könne. Seine spitzesten Pfeile schoss Söder auf Laschet und die CDU ab, die der bayerische Ministerpräsident als altmodisch, ja rückwärtsgewandt porträtierte. Wenn das die grolllose Unterstützung ist, die Söder dem Kanzlerkandidaten zugesagt hatte, dann sollte Laschet sich bei Seehofer erkundigen, was erst Schmutzeleien seien.

          Dank Söders schonungsloser Unterstützung weiß die Republik nun auch, wer schuld daran ist, dass die Union mit dem zweitbesten Mann antritt: Schäuble, Merz, Kramp-Karrenbauer. Wo es doch einen progressiveren Kandidaten gegeben hätte, der fordert, dass „die Realität der Migration“ sich auch in der nächsten Bundesregierung zu zeigen hat. Einen Kandidaten, der weiß, dass man „den Zeitgeist repräsentieren“ muss. Da stutzt der Leser: Welchen Linksliberalen meint Söder bloß? Auch wenn das vielleicht für den einen oder anderen seiner Anhänger eine Überraschung ist: sich selbst, den Hoffnungsträger der Konservativen in der CDU. Die würden Laschet für solche Sätze ans Kreuz nageln. Aber Söder wird wohl wieder dafür gepriesen werden, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt.

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

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