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Streit in der Union : Seehofers Schmutzeleien

Bayern erbringt in der Bewältigung der Massenmigration nach Deutschland eine gigantische Leistung – Horst Seehofer hat deshalb jedes Recht, mit seinen Sorgen gehört zu werden. Die Art und Weise, wie er es tut, beschädigt mittlerweile aber die politische Kultur im Land.

          Es war einmal ein Ministerpräsident, der in Leistung und Loyalität Voraussetzungen für Erfolg erkannte und von seinen Kabinettsmitgliedern in der Sache wie als Persönlichkeiten erstklassige Arbeit verlangte.

          Nun ist Horst Seehofer weder Mitglied des Kabinetts Merkel noch als Vorsitzender der CSU der CDU-Vorsitzenden zu bedingungsloser Loyalität verpflichtet. Und gerade angesichts der gigantischen Leistung, die Bayern in der Bewältigung der Massenmigration nach Deutschland erbringt, hat er jedes Recht, mit seinen Sorgen gehört zu werden – auch mit der Sorge, der Union drohe wegen Merkels Flüchtlingspolitik der Absturz unter die 30-Prozent-Marke.

          Indes drängt sich diese Sorge auch aus einem anderen Grund auf. Die Pfeile, die Seehofer und seine Gehilfen mittlerweile vor jeder Begegnung mit der Bundeskanzlerin in Richtung Berlin abschießen, beschädigen nicht nur die Koalition, sondern auch die politische Kultur in Deutschland. Am Ende könnten auch jene Bürger die Union fallenlassen, die von Seehofers „Schmutzeleien“ genug haben.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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