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Streit in der AfD : Schlechte Umfragewerte? Meuthen war’s!

Schwer zu trennen: Jörg Meuthen, Björn Höcke und Alexander Gauland im Oktober Bild: Stefan Boness/Ipon

Der rechtsextreme „Flügel“ der AfD soll aufgelöst werden, aber die Partei hat noch viel mehr Probleme. Sägt sie ihren Parteivorsitzenden Jörg Meuthen ab?

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          Es ist keine Besonderheit, dass in einer Partei, die an Zustimmung verliert, die internen Auseinandersetzungen zunehmen. Die AfD hat es allerdings mit der Befolgung dieser Gesetzmäßigkeit sehr weit gebracht. In der Corona-Krise, durch die ihre Zustimmungswerte unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen sind, setzt die Partei die inneren Machtkämpfe mit Leidenschaft fort.Nachdem der Bundesvorstand vor einem Monat die Auflösung des rechtsextremistischen „Flügels“ um die Politiker Björn Höcke und Andreas Kalbitz beschlossen hatte, glaubte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen noch eins drauf setzen zu müssen.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          In einem Interview brachte er die Abspaltung des „Flügels“ von der AfD ins Spiel, was zu Empörung und Unverständnis in weiten Teilen der Partei führte. Meuthens Ko-Parteichef Tino Chrupalla aus Sachsen und die stellvertretende Bundesvorsitzende Alice Weidel aus Baden-Württemberg legten daraufhin dem Bundesvorstand einen Beschlussantrag vor, in dem zweimal festgehalten worden wurde, dass Meuthen der Partei Schaden zugefügt habe. Das war eine Formulierung, die Grundlage für ein Ausschlussverfahren gegenüber Meuthen hätte sein können. Das ging der Mehrheit im Vorstand dann doch zu weit. Meuthen wurde allerdings dazu bewegt, seinen Vorstoß nicht nur als „Fehler“, sondern als „großen Fehler“ zu bezeichnen. Für manche galt er deshalb schon als Parteichef auf Abruf.

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