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Streit in der AfD : Höcke: Petry soll Marine Le Pen treffen

Parteifreunde: AfD-Chefin Frauke Petry und der thüringische Fraktionsvorsitzende Björn Höcke Bild: dpa

Die AfD streitet über eine Zusammenarbeit mit dem französischen Front National. Der thüringische Fraktionsvorsitzende Höcke macht sich in der F.A.S. dafür stark, dass Parteichefin Petry mit FN-Chefin Le Pen spricht. Die AfD müsse schließlich Partner suchen.

          In der AfD-Spitze gibt es Streit über ein mögliches Treffen von Parteichefin Frauke Petry mit Marine Le Pen, der Vorsitzenden des französischen Front National (FN). Während Teile der Parteiführung ein solches Treffen und eine enge Zusammenarbeit beider Parteien ablehnen, machte sich der thüringische Fraktionsvorsitzende Björn Höcke in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.) dafür stark. „Die Parteiführungen von AfD und Front National sollten sich treffen, um sich auszutauschen und zu sehen, wo es Gemeinsamkeiten gibt“, sagte Höcke. Es gehe darum, ob man „Vertrauen zwischen den führenden Köpfen beider Parteien aufbauen“ könne. „Wenn das der Fall ist, kann man über verschieden Formen der Zusammenarbeit entscheiden“, sagte Höcke.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die AfD müsse in Europa alle Gleichgesinnten treffen und Partner suchen, so Höcke weiter. Er wies auf identische Positionen beider Parteien hin. „Der Front National setzt sich wie die AfD gegen eine weitere Überfremdung ein und für den Erhalt der Identität der europäischen Völker“, sagte der AfD-Politiker, der zum rechtsnationalen Flügel der AfD gehört. Gemeinsamkeiten mit dem FN gebe es „auch in seiner Gegnerschaft zum Freihandelsabkommen TTIP und seiner Kritik an der einseitigen Fixierung europäischer Außenpolitik auf die Vereinigten Staaten von Amerika“.

          Höcke reagierte auf die Ankündigung von Marine Le Pen, es werde sicher zu einem Treffen mit der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry kommen. Das erscheine ihr „evident“, hatte sie der Zeitung „Le Figaro“ gesagt. In der AfD-Führung hatte Le Pens Aussage für Aufregung gesorgt, berichtet die F.A.S.

          Co-Parteichef Jörg Meuthen hat nach eigenen Aussagen „massive Vorbehalte“ gegenüber dem FN. Auch AfD-Vize Beatrix von Storch lehnt eine enge Kooperation mit dem FN ab, da jener in seiner Wirtschaftspolitik sozialistisch sei. Petry selbst, so erfuhr die F.A.S. aus dem Bundesvorstand, habe klargemacht, dass sie kein Treffen mit Le Pen geplant habe. Ihr Lebensgefährte, der AfD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen und Europaabgeordnete Marcus Pretzell, will sich im Europaparlament der vom FN dominierten Fraktion anschließen.

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