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Strafverfolgungsstatistik : Zahl der Haftstrafen leicht rückläufig

  • Aktualisiert am

Eine Justiz-Angestellte in einem Verhandlungssaal des Kriminalgerichts Moabit Bild: dpa

Weniger Gefängnisstrafen, mehr Erziehungsmaßregeln für Jugendliche – das sind die Ergebnisse der jährlichen Strafverfolgungsstatistik der deutschen Justiz. Insgesamt sind die Zahlen aber weitgehend stabil.

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          Deutsche Gerichte haben im Jahr 2018 712.300 Personen rechtskräftig verurteilt. Das geht aus den vorläufigen Ergebnissen der Strafverfolgungsstatistik des statistischen Bundesamtes hervor. Im Vergleich zum Vorjahr waren das rund 3700 beziehungsweise 0,5 Prozent Verurteilte weniger. Bei rund 156.800 Personen endete das gerichtliche Verfahren 2018 nicht mit einem Schuldspruch; meist waren dann Freispruch oder Verfahrenseinstellung die Folge. Die Zahlen sind damit im Vergleich zum Vorjahr relativ stabil.

          Leicht rückläufig ist die Zahl der Freiheitsstrafen. Sie liegt 1,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Anteil Haftstrafen an den Verurteilungen insgesamt liegt bei 14,4 Prozent, insgesamt waren es 102.700 Personen. Die häufigste in Deutschland verhängte Sanktionsart ist weiterhin die Geldstrafe. Für 550.300 Personen stand sie am Ende des Verfahrens. Das entspricht 77,3 Prozent der Verurteilungen.

          Weniger Jugendstrafen, mehr Erziehungsmaßregeln

          Ebenfalls relativ stabil sind die statistischen Zahlen im Jugendstrafrecht, nach dem Jugendliche bis 18 Jahren zwingend und Heranwachsende bis 21 Jahren optional verurteilt werden; bei Heranwachsenden müssen die Richter beurteilen, ob die geistige Reife des Angeklagten eher einem Jugendlichen oder schon der eines Erwachsenen entspricht.  59.668 Personen wurden 2018 insgesamt nach Jugendstrafrecht abgeurteilt, 0,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

          Bei rund 9.200 Personen wurde eine Jugendstrafe, die schwerste Sanktionsform innerhalb des Jugendstrafrechts, ausgesprochen. Das sind 453 weniger als im Vorjahr. Wesentlich häufiger war mit 42.477 Fällen der Jugendarrest (minus 0,3 Prozent), Erziehungsmaßregeln wurden in 7506 Fällen ausgesprochen, das sind 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 

          Anders als bei den Erwachsenen stehen im Jugendstrafrecht Erziehungsaspekte und die Verhinderung künftiger Straftaten im Vordergrund. Dem dient ein deutlich stärker abgestuftes System von Sanktionsmitteln, das von der Verwarnung über die Erteilung von Auflagen bis zur Verhängung von Jugendarrest reicht.

          Mit Erziehungsmaßregeln werden Weisungen zur Lebensführung erteilt, beispielsweise an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen. Sie können auch die Anordnung beinhalten, Hilfe zur Erziehung in Anspruch zu nehmen. Kinder unter 14 Jahren sind in Deutschland noch nicht strafmündig und werden somit gar nicht von der Statistik erfasst.

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