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Strafrechtsverschärfung : Justizminister will Handel mit Kinder-Nacktbildern verbieten

  • Aktualisiert am

Heiko Maas (SPD) Bild: AFP

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat sich Forderungen angeschlossen, den Handel mit Fotos und Videos unbekleideter Kinder zu untersagen. Solche Bilder hätten „schwere Folgen für die Betroffenen“.

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          Bundesjustizminister Heiko Maas prüft eine Gesetzesverschärfung, um den Handel mit Bildern nackter Kinder zu unterbinden. „Wir wollen klären, wie wir das gewerbsmäßige Handeln mit Nacktbildern von Kindern oder Jugendlichen unter Strafe stellen können“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Niemand dürfe mit dem Körper Heranwachsender Geschäfte machen.

          „Solche Fotos finden sich oft jahrelang im Internet und haben schwere Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen“, sagte Maas. Es solle jedoch nichts kriminalisiert werden, was zum Alltag vieler Eltern gehöre - das Fotografieren ihrer Kinder am Strand etwa. Auch führende Unions-Politiker und der Deutsche Kinderschutzbund waren für ein generelles Verbot des Handels mit Kinder-Nacktbildern eingetreten.

          Parallel dazu will das Bundesjustizministerium noch vor Ostern einen Gesetzentwurf auf den Weg bringen, der die EU-Richtlinie zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung umsetzt. Dabei geht es vor allem um eine Anpassung des Strafrechts an das digitale Zeitalter.

          Die Debatte folgt auf die Affäre Edathy. Gegen den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten wird wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt. Er soll Filme und Bilder unbekleideter Jungen bei einem kanadischen Versand bestellt haben. Edathy bestreitet allerdings, das von ihm bezogenes Material strafrechtlich relevant war und geht mittlerweile juristisch gegen die Staatsanwaltschaft vor. Die Affäre hat die Koalition in ihre erste Regierungskrise gestürzt.

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