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Impfungen für Jugendliche : Politiker begrüßen neues STIKO-Votum

  • Aktualisiert am

Ein Kölner Hausarzt impft ein zwölf Jahre altes Mädchen in seiner Praxis. Bild: dpa

Die STIKO rät nun, alle ab zwölf Jahren gegen Corona impfen zu lassen. „Endlich“, jubelt CSU-Chef Söder. Gesundheitsminister Spahn spricht von einer „guten Nachricht“, der SPD-Politiker Lauterbach ist „dankbar“.

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          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat es als „gute Nachricht“ bezeichnet, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut nun Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren und Jugendliche empfiehlt. „Eltern und Jugendliche haben damit eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden“, sagte der CDU-Politiker am Montag. „Die Fakten sprechen für die Impfung, ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen ist da.“ Geimpft werden könne noch in dieser Woche.

          Regierungssprecher Steffen Seibert versicherte am Montag in Berlin, es werde für Schülerinnen und Schüler keine Pflicht zur Impfung geben. „Es bleibt dabei, was wir gesagt haben, dass es keinen Impfzwang gibt oder das Impfen nicht Bedingung für den Schulbesuch ist“, sagte Seibert. Die STIKO hatte explizit gefordert, dass nicht geimpften Kindern und Jugendlichen dadurch keine Nachteile entstehen sollten.

          Söder: viel Zeit verloren

          Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach twitterte, es sei „sehr zu begrüßen“, dass die STIKO nun eine Impfung empfiehlt. „Sie hat die Daten sorgfältig geprüft und ihre Entscheidung gut begründet. Wir können dankbar sein, ein solches unabhängiges Gremium zu haben. Wissenschaft erlaubt Meinungsänderung.“

          Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder schrieb auf Twitter: „Endlich: Die Stiko empfiehlt die Impfung für Schüler ab 12. Das ist für den Schulstart wichtig. Allerdings hätten wir das schon früher haben können. Leider haben wir viel Zeit verloren. Umso schneller sollte jetzt das Impfangebot erfolgen.“ Söder gehörte zu jenen Politikern, die die STIKO scharf kritisiert und ihre Kompetenz in Zweifel gezogen hatten. Gegen diesen Vorwurf und den Versuch politischer Einflussnahme hatten sich hingegen mehrere STIKO-Mitglieder verwahrt.

          Der FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestages, Andrew Ullmann, kommentierte die neue STIKO-Empfehlung ebenfalls auf Twitter mit den Worten: „Na also geht doch. Und sinnvoll. Es gibt nun eine allgemeine Empfehlung ab 12 Jahren und diese Impfung bleibt dabei freiwillig. Eltern und Ärzteschaft haben jetzt eine Vorlage und können nun entscheiden.“ Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagte: „Die Bundesregierung hätte dieses Ergebnis abwarten sollen, statt unabgestimmt  vorzupreschen. Damit sollte die Stiko schlicht unter Druck gesetzt werden.“

          Grüne fordern „Schulhof-Impfangebote“

          Die Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Manuela Schwesig (SPD), sagte: „Für die Eltern und ihre Kinder ist es wichtig, dass es eine eindeutige Empfehlung gibt.“ Alle, die wollten, könnten sich jetzt auch zügig impfen lassen. Doch bleibe das „selbstverständlich freiwillig“, betonte Schwesig. Die Grünen fordern nach dem neuen STIKO-Votum rasche konkrete Impfgelegenheiten. „Jetzt braucht es Tempo, um einfach zugängliche Schulhof-Impfangebote für Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die dann auch gleich ihren Eltern offen stehen“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Katrin Göring-Eckardt. Sie verwies darauf, dass in den meisten Bundesländern Kinder und Jugendliche in den nächsten Wochen aus den Sommerferien zurück kämen, und dankte der STIKO für die „fundierte Grundlage“ deren Votums.

          Die STIKO hatte am Montag mitgeteilt, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Ländern und Fachkreisen noch möglich.

          Das unabhängige Gremium aus Wissenschaftlern empfahl Impfungen bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren bisher nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Impfungen sind aber schon jetzt mit ärztlicher Aufklärung und als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich.

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