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Vor Bundestagsabstimmung : Stiko-Chef Mertens begrüßt Aus für Impfpflicht ab 18

  • Aktualisiert am

Stiko-Chef Thomas Mertens in einer Pressekonferenz Anfang November Bild: Reuters

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, begrüßt das Aus für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren: Eine weitere Ausbreitung des Virus’ sei damit ohnehin nicht zu verhindern.

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          Der Ulmer Virologe und Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat das vorläufige Aus für eine allgemeine Impfpflicht begrüßt. „Für eine allgemeine Impflicht ab 18 Jahren wäre der Schutz vor weiterer Ausbreitung des Virus das wichtigste Argument. Da man dies aber derzeit mit einer Impfung nicht erreichen kann, fehlt aus meiner Sicht das Hauptargument für diese Impfpflicht. Deswegen halte ich es für konsequent, dass man das aufgibt“, sagte Mertens der „Schwäbischen Zeitung“ (Dienstag“). Mertens befürwortete die Pläne für eine Impflicht für ältere Menschen. „Aus meiner Sicht ist es vernünftiger, die Impfpflicht auf die vulnerablen Gruppen zu begrenzen.“

          Mit einem Kompromissvorschlag versuchen Befürworter einer allgemeinen Corona-Impfpflicht wenige Tage vor der Bundestagsabstimmung ein Scheitern des Vorhabens noch abzuwenden. Am Montag legte die Abgeordnetengruppe, die sich bisher für eine Impfpflicht ab 18 ausgesprochen hatte, darunter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), einen entschärften Vorschlag vor. Sie plädiert nur noch für eine Impfpflicht ab 50, die je nach Pandemielage durch einen späteren Bundestagsbeschluss auch auf jüngere Bürger ausgedehnt werden könnte.

          Mertens rät Risikogruppen weiterhin zur FFP2-Maske

          Im Interview mit dem SWR riet Mertens allen Menschen, die älter als 70 Jahre sind, sich zum vierten Mal gegen Corona impfen zu lassen. Der zweite Booster sei für diese Gruppe sowie für Menschen mit Immunsuppression sinnvoll, „wenn die dritte Impfung länger als drei Monate zurückliegt“.  

          Von Überlegungen, sich absichtlich mit der Omikron-Variante anzustecken, hält er nichts. Dies sei eine „wissenschaftlich hochinteressante Frage, die nicht absolut geklärt ist“. Risikopatienten empfehle er dieses Vorgehen aber auf keinen Fall.  

          Menschen, die ein Risiko für einen schweren Verlauf haben, rät er weiterhin zum Tragen einer FFP2-Maske. Auch er selbst wolle beim Einkaufen weiterhin eine Maske trage, sagte Mertens dem SWR.

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