https://www.faz.net/-gpf-9ocbk

Stephan E. bei Nazi-Treffen? : Behörden gehen von Verwechslung aus

  • Aktualisiert am

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war Stephan E. nicht auf einem Nazi-Festival im März. Bild: Reuters

Nach einem Medienbericht soll der Tatverdächtige im Fall Lübcke, Stephan E., im März auf einem Nazi-Festival gewesen sein. Offenbar handelt es sich dabei um eine Verwechslung.

          1 Min.

          Der Tatverdächtige im Mordfall Lübcke war möglicherweise doch nicht im März auf einem Neonazi-Treffen in Sachsen. Behörden in Hessen gehen nach dpa-Informationen von einer Verwechselung aus. Das ARD-Magazin „Monitor“ hatte berichtet, dass Stephan E. an einem Neonazi-Treffen in Mücka (Landkreis Görlitz) teilgenommen haben soll. Dort soll er dem Bericht zufolge zusammen mit Mitgliedern der Neonazigruppen „Combat 18“ und „Brigade 8“ fotografiert worden sein. Zuerst hatte „Spiegel Online“ über die mögliche Verwechslung berichtet.

          Der „Monitor“-Beitrag stützt sich auf Fotos, die das Magazin gemeinsam mit einem Gutachter ausgewertet hat. Doch nach dpa-Informationen hat sich inzwischen ein Mann bei den Ermittlern gemeldet, der auf den Fotos mit E. verwechselt worden sein soll. Eine Teilnahme von Stephan E. an dem Treffen hätte den Aussagen des Verfassungsschutzes widersprochen, dass E. in den vergangenen zehn Jahren nicht mehr so deutlich als Rechtsextremist in Erscheinung getreten sei.

          Der WDR erklärte, dass der „Monitor“-Redaktion das Identitätsgutachten des Sachverständigen für Fotoforensik vorliege. Das Gutachten spreche von „unwiderlegbaren Übereinstimmungen“ und sehe „die Identität der Person Stephan E. als sichtbare Person auf den Lichtbildern als praktisch erwiesen“ an. Bisher habe die Redaktion keinen Anlass, an der Seriosität dieses Gutachtens und seines Verfassers zu zweifeln. Die Redaktion prüfe derzeit die neuen Hinweise.

          Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Dringend tatverdächtig ist E., der 45-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

          Auch FAZ.NET hatte über die Teilnahme von Stephan E. bei dem Nazi-Treffen berichtet. Die Berichte wurden entsprechend korrigiert.

          Weitere Themen

          Der neue Sultan und seine „Agenda 2040“

          Reformen in Oman : Der neue Sultan und seine „Agenda 2040“

          Von „ungekannten Herausforderungen“ spricht der neue Sultan von Oman. Unter seinem verstorbenen Vater hat sich das Land zwar gut entwickelt. Aber jetzt leidet es unter niedrigen Ölpreisen – und der Pandemie.

          Topmeldungen

          Nach dem Start müssen Auto und Batterie erwärmt werden. Das kostet viel Strom und mindert die Reichweite des Elektroautos.

          Mit dem Elektroauto im Winter : Das große Zittern

          Im Winter brauchen Elektroautos deutlich mehr Strom als bei moderaten Temperaturen. Folglich sinkt die Reichweite. Warum ist das eigentlich so?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.