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Diplomatischer Dienst : Männlich, adlig, deutsch

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Nicht nur in der deutschen Delegation dominieren Männer mir althergebrachter Staatsangehörigkeit das Bild – in Kolumbien, wo Außenminister Frank-Walter Steinmeier Mitte Februar zu Gast war, sieht es genauso aus. Bild: dpa

Im deutschen Fußball gehören ausländische Namen längst dazu. So weit ist man im Auswärtigen Amt noch lange nicht. Außenminister Steinmeier will das jetzt ändern: Er wirbt um Nachwuchs aus Einwandererfamilien.

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          Mit dem deutschen Diplomatennachwuchs ist es ein wenig wie mit der Nationalmannschaft unter Berti Vogts. Damals hießen die deutschen Fußballspieler noch Kahn, Kohler oder Matthäus hießen – und von Namen wie Khedira, Özil oder Boateng war keine Rede. Im derzeitigen Ausbildungslehrgang des Auswärtigen Amts, wo Deutschlands Botschafter von übermorgen ausgebildet werden, heißen die Leute Engels, Schwarz und Neumeyer. Arabische, türkische oder afrikanische Namen fehlen.

          Doch das soll sich nun ändern. Der Außenminister mit dem ebenfalls sehr deutschen Namen Frank-Walter Steinmeier will sein Haus im Zeichen der Globalisierung umbauen. Das Auswärtige Amt, ein gigantischer Apparat mit mehr als 11.000 Beschäftigten, soll offener und moderner werden. Dazu gehört, dass für die Zentrale in Berlin und die 230 Auslandsvertretungen mehr Deutsche aus Einwandererfamilien eingestellt werden sollen, und zwar mit dem erklärten Ziel, dass sie später auch Spitzenposten erhalten.

          Frau, Muslimin und kein Eigengewächs: eine Seltenheit

          „Die Welt um uns hat sich verändert. Und auch unser Land ist im Wandel“, sagt der SPD-Mann. „Wir müssen deshalb das Potenzial der Deutschen mit ausländischen Wurzeln besser ausschöpfen.“ Anders gesagt: Legationsräte, die männlich sind, aus einem alten Adelsgeschlecht stammen und einen Dr. jur. tragen, gibt es genug. Richtig neu ist diese Erkenntnis zwar nicht: Schon der grüne Minister Joschka Fischer (1998-2005) wollte mehr „Diversität“.

          Jetzt soll aber tatsächlich etwas passieren. Steinmeier machte dies gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit deutlich, indem er die Deutsch-Palästinenserin Sawsan Chebli zu seiner stellvertretenden Sprecherin machte. Nicht nur, dass sie von außerhalb kam, was im Auswärtigen Amt selten genug passiert. Sie ist zudem Muslimin. Auch das ist am Werderschen Markt immer noch die große Ausnahme.

          Der Islam gehört bisher nicht zum Auswärtigen Amt

          Zwar arbeiten heute fürs Auswärtige Amt Leute mit 150 Nationalitäten und den verschiedensten Religionen, auch Doppelstaatler sind darunter. Das liegt aber vor allem an den vielen „Ortskräften“ in den Botschaften, die nicht zum Stammpersonal gehören und auch keine großen Karrierechancen haben. Dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und der Islam dazu gehört – wenn man sich in der AA-Zentrale umsieht, muss man auf solche Ideen erst einmal kommen.

          Zuverlässige Zahlen über den genauen Anteil von Diplomaten mit Migrationshintergrund gibt es bislang nicht. Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Umfrage darüber vor. Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

          Für das Auswärtige Amt, einen sehr begehrten Arbeitgeber, lässt sich zumindest feststellen, dass sich bei den strengen Aufnahmetests in letzter Zeit mehr Akademiker mit ausländischen Wurzeln durchsetzen. Unter den aktuellen Diplomatenschülern finden sich auch Namen wie Berezicki oder Yamato.

          Am kommenden Dienstag will sich Steinmeier persönlich dafür einsetzen, dass mehr Einwanderer eingestellt werden. Der Minister ist dabei, wenn in der Zentrale erstmals mit einer eigenen Konferenz um Bewerber aus Einwandererfamilien geworben wird. „Für uns ist das keine Frage von Rücksicht oder gar ein gönnerhaftes Angebot an eine vermeintlich schwächere Gruppe“, heißt es in seiner Umgebung. „Migranten bringen oft Sprach- und Regionalkenntnisse mit, die für das Auswärtige Amt eine Bereicherung sind. Sensibilität im Umgang mit anderen Kulturen gehört für uns zum Handwerkszeug.“

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