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Äußerung zu Nord Stream 2 : Politisch vereinnahmte Opfer des Massenmordes

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bild: dpa

Der ukrainische Botschafter hat dem Bundespräsidenten Geschichtsverdrehung vorgeworfen. Der Aufschrei richtet sich gegen das in Deutschland große Unverständnis dafür, was im 20. Jahrhundert im Osten Europas geschah.

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          Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie viele Menschen dem nationalsozialistischen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zum Opfer gefallen sind. Die meisten seriösen historischen Schätzungen bewegen sich irgendwo zwischen 20 und 27 Millionen Menschen, die zwischen 1941 und 1945 auf sowjetischer Seite durch den Krieg ihr Leben verloren haben. Sicher ist: Die Zahl der zivilen Opfer überstieg die der gefallenen sowjetischen Soldaten deutlich. Denn Krieg führten die deutschen Truppen nicht nur gegen die Streitkräfte des überfallenen Landes, sondern ganz gezielt auch gegen dessen Bewohner, die von der nationalsozialistischen Rassenideologie als minderwertig betrachtet wurden.

          Sie sollten mit allen Mitteln dezimiert werden, um Platz für Deutsche zu schaffen, die nach Hitlers Vorstellung im Osten neuen „Lebensraum“ finden sollten. Hunderte Ortschaften in Belarus, der Ukraine und dem Westen Russlands wurden niedergebrannt, ihre Bewohner ermordet. Millionen Menschen in den von der Wehrmacht eroberten Gebieten wurden gezielt dem Hungertod ausgesetzt – so wie zwischen September 1941 und Januar 1944 die Einwohner des belagerten Leningrads. Etwa eine Million Menschen starben während der Blockade, die meisten von ihnen an Hunger oder an davon hervorgerufenen Krankheiten.

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