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Dialog mit Bürgern : Steinmeier nennt Aussuchen eines Impfstoffs „ziemliches Luxusproblem“

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Der Bundespräsident nimmt am 18. Februar an einer Videokonferenz zur Lage im Gesundheits- und Pflegedienst in Sachsen teil. Am Donnerstag setzte er die Gesprächsreihe mit Bürgern aus Bayern fort. Bild: dpa

Der Bundespräsident fordert die Bürgerinnen und Bürger auf, bei der Corona-Impfung nicht so wählerisch zu sein. „Jede einzelne Impfung bringt uns dem Alltag, nach dem wir uns sehnen, näher“, sagte Steinmeier.

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          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bundesbürger aufgefordert, beim Impfen gegen das Coronavirus weniger wählerisch zu sein. „Alle von der Europäischen Union zugelassenen Impfstoffe sind wirksam, sind verträglich“, sagte Steinmeier am Donnerstag in einer Online-Veranstaltung vor Mitarbeitern aus dem Gesundheitswesen in Bayern.

          Das Aussuchen eines bestimmten Impfstoffs sei „ein ziemliches Luxusproblem“, sagte der Bundespräsident. „Erst recht bei den Menschen aus den Ländern, die im ganzen Jahr nicht die Aussicht haben, eine Impfung zur Verfügung zu bekommen.“ Er habe nur wenig Verständnis für die zuletzt wahrgenommene Zurückhaltung gegen bestimmte Impfstoffe, sagte Steinmeier. Das Gebot der Stunde laute: „Schneller impfen!“ Er selbst und seine Frau würden sich auf alle Fälle impfen lassen.

          „Die Impfungen werden die Wende bringen“

          Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im F.A.Z.-Interview gesagt, solange die Impfstoffe so knapp seien wie derzeit, „kann man sich nicht aussuchen, womit man geimpft werden will“. Astra-Zeneca sein „ein zuverlässiger Impfstoff, wirkungsvoll und sicher“; alle Autoritäten sagten, dass man ihm vertrauen könne.

          Das vollständige Interview mit der Kanzlerin lesen Sie hier (mit #Fplus).

          Der Start der Impfkampagne in Deutschland sei nicht perfekt gewesen, gestand Bundespräsident Steinmeier am Donnerstag ein. „Aber eine Tatsache sollten wir nicht vergessen: Die Impfungen werden die Wende bringen im Kampf gegen das Virus“. Jede einzelne Impfung bedeute, schwere Krankheit abzuwenden und Menschenleben zu schützen. „Jede einzelne Impfung bringt uns dem Alltag, nach dem wir uns sehnen, näher“, sagte Steinmeier.

          Nach einem schleppenden Start beschleunigt sich das Impftempo derzeit. Es gibt bei manchen Bürgern aber anhaltende Skepsis insbesondere gegen den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca, aber auch generell gegen Impfungen.

          An dem sogenannten Regionalgespräch des Bundespräsidenten nahmen unter anderen eine Altenpflegerin, ein Krankenpfleger, eine Krankenhausärztin und der Leiter eines Impfzentrums teil. Aus Pandemieschutzgründen wurde das Gespräch per Video geführt.

          Mit dem Regionalgespräch knüpft der Bundespräsident nach Angaben seines Büros an seinen Austausch mit in der Pandemie besonders engagierten Bürgerinnen und Bürgern an. Im vergangenen Herbst hatte er dazu Menschen in Dresden, Münster, im Landkreis Bautzen und in Nürnberg getroffen. Es folgten Videogespräche mit Bürgerinnen und Bürgern aus der Region Bonn und aus Sachsen.

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          Kampf gegen Covid-19 : Impfstoff für alle ist nicht genug Bild: dpa

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