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Steinbrück und die Clowns : Fastenzeit

Eigentlich hat der SPD-Kanzlerkandidat ja recht: Berlusconi und Grillo sind Clowns. Aber wer ins Kanzleramt einziehen will, sollte seine Wortwahl etwas mäßigen.

          Erst hat Peer Steinbrück es sich mit den Schweizern verdorben - da war er Finanzminister und wollte den Nachbarn die Kavallerie auf den Hals hetzen. Nun - er strebt mittlerweile nach Höherem - verscherzt Steinbrück es sich mit den Italienern. Er hat die Gewinner der italienischen Wahl Berlusconi und Grillo „Clowns“ genannt, was ihm Präsident Napolitano so übel nahm, dass er ein Abendessen mit Steinbrück absagte.

          Eigentlich hat der SPD-Kanzlerkandidat ja recht: Der eine, Berlusconi, ist praktizierender Politclown und reich an Erfahrung, der andere, Grillo, verdient als Komiker sein Geld, und beide sind gnadenlose Populisten. Aber wer als Chef ins Kanzleramt einziehen will, sollte seine Wortwahl etwas mäßigen.

          Ganz offenkundig fällt das dem Vielredner Steinbrück schwer, ihm, der Frau Merkel sonst gerne vorhält, was ihre Politik in Europa anrichte. Er selbst schafft das schon mit seinem losen Mundwerk. Sei’s drum. Wir alle wollen nur stabile Verhältnisse in Italien und, frei nach Schäuble, Politiker, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Und wenn nicht? Dann sind sie halt Clowns.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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