https://www.faz.net/-gpf-a4ou3

Neuer Corona-Höchststand : Deutschland hat es in der Hand

  • -Aktualisiert am

Appell an die Vernunft: Abstandhalten auf dem Domplatz in Erfurt. Bild: dpa

Über Nacht sind die Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf einen neuen Höchststand geschnellt. Aber Zustände wie in den Nachbarländern lassen sich verhindern – noch ohne Lockdown.

          1 Min.

          Für viele Deutsche wird es ein böses Aufwachen gewesen sein. Die sprunghaft auf mehr als 11.000 gestiegene Zahl neu gemeldeter Corona-Infektionen zeigt jedem den Ernst der Lage, der vor lauter Streit über Beherbergungsverbote die Übersicht über den Stand der Pandemie verloren hatte.

          Wer vor Wochen die Prognose der Physikerin Angela Merkel von täglich 20.000 Covid-19-Fällen bis Weihnachten als Panikmache einer überbesorgten Kanzlerin belächelte, wird nun eines Schlechteren belehrt. Dieser dramatische Wert könnte schon angesichts eines exponentiellen Wachstums der Infektionszahlen Mitte November erreicht oder gar übertroffen sein; mit mehr schweren Krankheitsverläufen in der Generation „50 plus“ und wieder mehr Todesfällen.

          Nicht nur etliche Großstädte und Landkreise wären dann Corona-Hotspots, sondern das ganze Land würde zum Risikogebiet. Was um uns herum schon seit Wochen traurige Realität ist, könnte auch Deutschland, das bisher von der harten zweiten Welle weitgehend verschont geblieben ist, mit Verzögerung drohen.

          Corona ist keine Verschwörung der Politik

          Nachdem sich nach überstandener erster Welle im sorglosen Sommergefühl erst Jüngere als Treiber der Pandemie weitgehend symptomfrei in Spanien, Frankreich und Großbritannien angesteckt hatten, füllen sich dort wieder die Intensivstationen, vor allem mit älteren Patienten. Die täglichen Todesraten sind abermals dreistellig. Und Länder, die vor gar nicht langer Zeit noch angesichts niedriger Zahlen eine Laissez-faire-Strategie verfolgten, die Niederlande oder die Tschechische Republik etwa, werden geradezu überrollt.

          Doch auch ohne zweiten Lockdown hat es Deutschland wie im Frühjahr noch in der Hand, ein Bergamo-Szenario abzuwenden: durch eigenverantwortliches, verantwortungsvolles Handeln seiner Bürger. Maske, Abstand, weniger gesellige Kontakte und Vermeiden von Risikosituationen bleiben der Goldstandard zur Eindämmung der Seuche. Selbst der im Umgang mit dem Virus vorsichtige Gesundheitsminister Spahn hat sich nun infiziert – Corona kann jeden treffen, Corona ist keine Verschwörung der Politik.

          Weitere Themen

          Hildburghausen schließt sich ein

          Corona in Ostdeutschland : Hildburghausen schließt sich ein

          Lange gab es im Osten kaum Corona-Fälle, doch nun häufen sich dort die Infektionen. Ausgerechnet während des „Lockdown light“ steigen die Zahlen teils dramatisch. Einen Landkreis in Thüringen trifft die Pandemie besonders stark.

          EU sichert sich weitere Impfdosen Video-Seite öffnen

          Corona : EU sichert sich weitere Impfdosen

          Die EU-Kommission hat einen Vertrag über 160 Millionen Corona-Schutzimpfungen mit dem amerikanischen Hersteller Moderna geschlossen.

          Frankreich lockert Beschränkungen

          Corona-Auflagen : Frankreich lockert Beschränkungen

          „Der Höhepunkt der zweiten Welle ist vorbei“, sagt Frankreichs Präsident Macron in seiner Fernsehansprache. Einige Corona-Auflagen sollen fallen, andere werden angepasst.

          Topmeldungen

          Hildburghausen in Thüringen

          Corona in Ostdeutschland : Hildburghausen schließt sich ein

          Lange gab es im Osten kaum Corona-Fälle, doch nun häufen sich dort die Infektionen. Ausgerechnet während des „Lockdown light“ steigen die Zahlen teils dramatisch. Einen Landkreis in Thüringen trifft die Pandemie besonders stark.
          Torgarant: Erling Haaland zeigt seine heutige Ausbeute an

          3:0 gegen Brügge : Borussia Dortmund dreht auf

          Nach dem 3:0 im Hinspiel zeigt der BVB gegen den FC Brügge abermals eine starke Darbietung und setzt sich mit dem gleichen Resultat durch. Der Einzug ins Achtelfinale ist nah.
          Scheinbar kühlschranktauglich: der in Oxford entwickelte Corona-Impfstoff

          Anti-Corona-Serum aus Oxford : Haben die Briten den Impfstoff für alle?

          Es passt nicht in das britische Selbstverständnis, dass deutsche und amerikanische Forscher zuerst einen Impfstoff präsentiert haben. Also preist man im Königreich die Kühlschranktauglichkeit der Substanz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.