https://www.faz.net/-gpf-86e7f

Bundestagswahl 2017 : Stegner: Urwahl des SPD-Kanzlerkandidaten möglich

  • Aktualisiert am

Wie amüsiert Sigmar Gabriel (rechts) über Stegners verklausulierte Zustimmung zu einer Urwahl des Kanzlerkandidaten ist, wurde bisher nicht bekannt (Aufnahme vom SPD-Landesparteitag Mitte März in Neumünster) Bild: dpa

In Sachen Mitgliederbeteiligung ist die SPD in den Augen ihres stellvertretenden Vorsitzenden Ralf Stegner einsame Spitze. Er kann sich sogar vorstellen, dabei noch einen Schritt weiter zu gehen.

          1 Min.

          Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner kann sich eine Urwahl des nächsten Kanzlerkandidaten vorstellen. Hinsichtlich der Mitgliederbeteiligung sei die SPD „unangefochtener politischer Marktführer in Deutschland“, sagte Stegner am Mittwoch. Der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel habe selbst immer wieder gesagt, bei mehreren Kandidaten für die Kanzlerkandidatur sei eine Entscheidung der Mitglieder gefragt. „Der Vorsitzende muss also von niemandem dazu aufgefordert oder gar gedrängt werden.“ Zuvor hatte die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann in einem Interview mit der „Welt“ vom Mittwoch für eine Urwahl des SPD-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2017 gefordert.

          Stegner, der auch Fraktionsvorsitzender im schleswig-holsteinischen Landtag ist, hält den Zeitpunkt für eine Debatte über dieses Thema aber noch nicht gekommen. „Wir sollten im Sommer 2015 wirklich nicht über die Kanzlerkandidatur für den Herbst 2017 diskutieren, sondern über die inhaltlichen Vorstellungen der SPD zu den Themen, die die Menschen in ihrem Alltag interessieren wie Arbeit, Gesundheit, Familie, Pflege, Bildung, Flüchtlingspolitik oder Europa.“

          Torsten Albig hat „zu viel im Wind gestanden“

          Uekermann hatte in dem Interview weiter gesagt: „Die SPD hat mehr als nur einen möglichen Kanzlerkandidaten. Wir haben gute Männer und Frauen. Die ganze Partei sollte über den Kandidaten abstimmen. Jedes Mitglied soll bei dieser Urwahl mitentscheiden dürfen. Ein Auskungeln eines Kandidaten wie vor den letzten Wahlen macht die SPD nicht mehr mit.“

          Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der seiner Partei jüngst zum Verzicht auf einen Kanzlerkandidaten geraten und Angela Merkel (CDU) gelobt hatte, erntete dagegen heftige Kritik von der Juso-Vorsitzenden. „Die SPD braucht einen Kanzlerkandidaten oder eine Kanzlerkandidatin“, sagte sie. Merkel mache keinen guten, sondern „einen schlechten Job“. Dafür seien ihre „Attacken auf Athen und ihr dogmatisches Nein zur Ehe für alle“ nur zwei Beispiele. „Torsten Albig hat offenbar zu viel im Wind gestanden“, fügte Uekermann hinzu.

          Weitere Themen

          Biden droht mit direkten Sanktionen gegen Putin Video-Seite öffnen

          Ukrainekonflikt : Biden droht mit direkten Sanktionen gegen Putin

          Der US-Präsident kündigt an, direkt gegen Russlands Präsidenten gerichtete Sanktionen zu erwägen, sollte die Ukraine angegriffen werden. Ebenfalls wurden weitere US-Soldaten zur Verlegung nach Europa in Bereitschaft versetzt.

          Topmeldungen

          Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation im Krankenhaus in Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten.

          Coronapolitik und Experten : Wenn die Willkür viral geht

          Eine Infektion mit dem Omikron-Virus verläuft öfter milde. Dennoch erweist sich die neue Welle für die Politik und ihre Ratgeber zunehmend als Gift. Gibt es eine Deutungshoheit um die beste Strategie?
          El Salvadors Präsident Nayib Bukele im November 2021

          El Salvador : Ein Präsident im Bitcoin-Rausch

          Nayib Bukele trägt gerne Baseballmützen und nennt sich „CEO von El Salvador“. Als Zahlungsmittel hat der autoritäre Präsident eine Kryptowährung durchgesetzt. Benutzt wird sie schon am „Bitcoin-Beach“.