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Papst lehnt Rücktritt ab : Hamburgs Phantom-Bischof

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße Bild: Lars Berg/KNA

Einst weckte Stefan Heße in Hamburg große Hoffnungen. Doch schon vor der Missbrauchsaffäre hatte der Erzbischof innerlich resigniert. Die Fäden ziehen längst andere.

          8 Min.

          Am frühen Abend des 18. März bot Stefan Heße in einer in Bild und Ton übertragenen Ansprache den Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von Hamburg an. Der vormalige Personalchef und Generalvikar des Erzbistums Köln stand an einem Pult und sprach Sätze wie „Ich habe in meinen verschiedenen Verantwortlichkeiten bei der Aufklärung von sexueller Gewalt in der Kirche immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“ und „Ich habe mich nie an Vertuschung beteiligt“.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Gleichwohl wolle er Konsequenzen aus den zahlreichen Pflichtverletzungen ziehen, die am selben Tag in einem Gutachten über den Umgang mit Missbrauchsfällen im Erzbistum Köln akkurat aufgelistet worden waren: sieben „nicht ordnungsgemäß bearbeitete Fälle“ aus den Jahren 2006 bis 2012 als Hauptabteilungsleiter Personal-Seelsorge, weiterhin fünf Verstöße gegen die Aufklärungspflicht von Tatvorwürfen gegen Betroffene und zwei Verstöße gegen die Pflicht, Verdachtsfälle der Glaubenskongregation in Rom zu melden. Hinzu kamen weitere Pflichtverletzungen aus der Zeit als Generalvikar und Diözesanadministrator in Köln zwischen 2012 und 2004.

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