https://www.faz.net/-gpf-ag66d

Statistisches Bundesamt : Weniger Kleinkinder und mehr Personal in Kitas

  • Aktualisiert am

Kindertagesstätte in Sachsen-Anhalt, Oranienbaum-Wörlitz Bild: ZB

In Kitas uns Tagespflege sind im vergangenen Jahr weniger Kinder von mehr Beschäftigten betreut worden. Das hat auch mit der Corona-Pandemie zu tun.

          2 Min.

          Die Zahl der Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung ist im vergangenen Jahr gestiegen. Am 1. März 2021 waren 751.159 Personen in diesem Bereich tätig, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Dies entspricht einem Anstieg um 23.435 Personen (3,2 Prozent). Davon waren 708.136 Personen als pädagogisches, Leitungs- und Verwaltungspersonal in Kindertageseinrichtungen tätig und 43.023 als Tagesmutter oder -vater in öffentlich geförderter Kindertagespflege. Zusätzlich waren demnach 110.165 Personen im hauswirtschaftlichen und technischen Bereich von Kindertageseinrichtungen beschäftigt.

          Demgegenüber nahm die Zahl der betreuten Kinder unter drei Jahren erstmals seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2006 ab: Zum 1. März 2021 wurden 2,3 Prozent weniger Kinder in Kindertageseinrichtungen oder von Tagesmüttern und -vätern betreut als ein Jahr zuvor. Das Statistikamt führt dies neben der Bevölkerungsentwicklung unter anderem auch darauf zurück, dass wegen der Corona-Pandemie vermutlich neue Betreuungsverträge teilweise nicht abgeschlossen wurden, weil beispielsweise die Eingewöhnung in Kitas nur eingeschränkt möglich war. In der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen war dagegen kein Rückgang zu beobachten. Hier stieg die Zahl der betreuten Kinder im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent auf 2,2 Millionen.

          Ost-West-Gefälle bleibt bestehen

          Bundesweit wurden zum Stichtag 1. März insgesamt rund 3,9 Millionen Kinder unter 14 Jahren in Kitas oder einer Tagespflege betreut. Nach wie vor gibt es ein Ost-West-Gefälle. Während in Ostdeutschland mit 52,3 Prozent durchschnittlich mehr als die Hälfte aller Kinder unter drei Jahren in einer Tagesbetreuung ist, ist es im Westen mit 30,6 Prozent nur knapp ein Drittel. Bei den Drei- bis unter Sechsjährigen ist dieser Unterschied geringer – im Osten sind es 94 Prozent, im Westen 91,4 Prozent.

          Nach wie vor ist der Anteil der Männer, die in der Kindertagesbetreuung tätig sind, relativ gering. Am 1. März 2021 waren 55.455 Männer im pädagogischen, Leitungs- und Verwaltungsbereich in einer Tageseinrichtung beschäftigt oder als Tagesvater aktiv. Der Männeranteil – bezogen auf alle tätigen Personen in diesen Bereichen –  lag damit bei 7,4 Prozent. Im Ländervergleich war der Anteil der männlichen Beschäftigten in Berlin und Hamburg am höchsten (jeweils 12,5 Prozent).

          F.A.Z. Frühdenker – Der Newsletter für Deutschland

          Werktags um 6.30 Uhr

          ANMELDEN

          In den vergangenen zehn Jahren entschieden sich zugleich immer mehr Männer für eine Tätigkeit in der Kindertagesbetreuung, wie es weiter hieß: Die Zahl der männlichen Beschäftigten hat sich seit 2011 mehr als verdreifacht (2011: 18.433), der Männeranteil fast verdoppelt (2011: 3,8 Prozent). Den höchsten Anstieg verzeichnete Sachsen-Anhalt. Hier hat sich die Zahl der männlichen Beschäftigten fast verfünffacht (von 298 auf 1.373).

          Gestiegen ist unterdessen auch die Zahl der Kindertageseinrichtungen selbst. Bundesweit gab es am 1. März des laufenden Jahres 58.500 Kitas – 900 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (plus 1,6 Prozent).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Verfolgung und Ermordung der Juden waren aus Poliakovs Sicht ein Ereignis, das die gesamte deutsche Gesellschaft betraf: jüdisches Ehepaar 1942 im Warschauer Ghetto.

          Poliakovs Studie über die Shoa : Wettbewerb im Massenmord

          Nach siebzig Jahren: Das epochale Buch über die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden des französischen Historikers Leon Poliakov erscheint nun auch auf Deutsch. Doch warum dauerte das so lange?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.