https://www.faz.net/-gpf-pmzg

Statistik : Weiter starke Abwanderung von Ost nach West

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Auch Jahre nach dem Mauerfall wandern noch viele Ostdeutsche in den Westen ab: Im Jahr 2003 zogen 155.400 Menschen in die alten Bundesländer. Die Statistiker registrieren jedoch einen rückläufigen Trend.

          Auch Jahre nach dem Mauerfall wandern noch viele Ostdeutsche in den Westen ab: Im Jahr 2003 zogen 155.400 Menschen aus den neuen in die alten Bundesländer, teilte das Statistische Bundesamt mit. Zwischen 1991 und 2003 sind damit mehr als zwei Millionen Ostdeutsche nach Westdeutschland gezogen.

          Seit zwei Jahren registrieren die Statistiker jedoch einen rückläufigen Trend. So zogen im vergangenen Jahr 21.000 weniger Menschen von Ost nach West als 2002. Die umgekehrte Richtung wählten 97.000 Menschen, 1.000 mehr als im Vorjahr. Nach Angaben des Bundesamtes zogen seit 1991 rund 1,2 Millionen Menschen von West nach Ost. Damit verlor der Osten insgesamt 848.200 Einwohner an Westdeutschland.

          Bayern ist das beliebteste Ziel

          Nach wie vor kehren vor allem junge Menschen ihrer Heimat den Rücken: Von den Ostdeutschen, die im vergangenen Jahr ihre Heimat in Richtung Westen verließen, waren den Angaben zufolge über die Hälfte zwischen 18 und 30 Jahre alt, nur neun Prozent waren 50 Jahre oder älter. Zu den beliebtesten Zielländern zählten 2003 Bayern mit 22 Prozent der Zugezogenen aus dem Osten sowie Baden-Württemberg und Niedersachsen mit jeweils rund 17 Prozent.

          Der Rostocker Professor für Demographie, Reiner Hans Dinkel, sprach von einer weiterhin dramatischen und beispiellosen Entwicklung, auch wenn sich die Zahlen auf hohem Niveau entspannt hätten. Problematisch sei insbesondere die weiterhin hohe Zahl von jungen Menschen, die Ostdeutschland auf der Suche nach Arbeit verließen, sowie die insgesamt fehlenden Zuzüge nach Osten.

          Den Weggang bremsen

          Nach Einschätzung von Fachleuten ist die Abwanderung vor allem für die ostdeutsche Wirtschaft weiter ein großes Problem. Darum gibt es nun Versuche, die Menschen in Ostdeutschland zu halten. Die Agentur „mv4you" soll im Auftrag des Schweriner Wirtschaftsministeriums Kontakt zu in den Westen abgewanderten Fachkräften halten und den weiteren Weggang abbremsen.

          Eine ähnliche Initiative gibt es auch in Sachsen. Dort haben Unternehmer in der Lausitz gemeinsam mit der dortigen Industrie- und Handelskammer einen Verbund „Sachse komm zurück“ mit dem Ziel gegründet, den Fachkräftebedarf der Firmen zu sichern und Abgewanderte zurückzugewinnen. Die Industrie- und Handelskammern in Ostdeutschland befürchten trotz hoher Arbeitslosigkeit in den nächsten Jahren einen Mangel an Facharbeitern und Ingenieuren.

          Weitere Themen

          G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete Video-Seite öffnen

          Noch keine konkreten Maßnahmen : G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete

          Ungeachtet anhaltender Spannungen in wichtigen politischen Fragen haben sich die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Biarritz auf einen gemeinsamen Gegner einigen können: die Feuer im Amazonasgebiet. Die sieben westlichen Industriestaaten seien überein gekommen, den betroffenen Staaten „so schnell wie möglich“ Unterstützung zukommen zu lassen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.
          Der Faktor Wohnen wird von den meisten Menschen in der Klimadebatte übersehen. Dabei produzieren vor allem Warmwasser und Heizungen große Kohlendioxid-Emissionen.

          Wohnen und Heizen : Das ist Deutschlands Klimakiller Nr. 1

          Kaum jemand will wahrhaben, dass wir mit unseren Wohnungen dem Klima mehr schaden als mit Steaks und Flugreisen. Einige Länder reagieren darauf – während sich die Politik in Deutschland nicht einigen kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.