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Stasi : Neue Vorwürfe gegen Porsch

  • Aktualisiert am

Weiteres Beweismaterial aufgetaucht: Peter Porsch Bild: dpa/dpaweb

In der Stasi-Affäre um den PDS-Spitzenkandidaten für die sächsischen Landtagswahlen, Peter Porsch, ist angeblich weiteres schwer wiegendes Belastungsmaterial aufgetaucht.

          Der Spitzenkandidat der sächsischen PDS für die Landtagswahl am 19. September, Peter Porsch, ist am Mittwoch mit weiteren Stasi-Vorwürfen konfrontiert worden. Wie die "Leipziger Volkszeitung" und "Die Welt" übereinstimmend berichteten, geht aus Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit der DDR hervor, daß der Inoffizielle Mitarbeiter (IM) mit dem Decknamen "Christoph" gezielt zur Bespitzelung des westdeutschen Journalisten Karl Corino eingesetzt wurde. Nach Angaben der Birthler-Behörde war "Christoph" der Deckname von Porsch. Der PDS-Politiker bestreitet bisher, wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet zu haben, will aber nicht ausschließen, "abgeschöpft" worden zu sein.

          Die nun veröffentlichten Passagen legen allerdings den Schluß nahe, daß Porsch doch eine aktive Rolle gespielt haben könnte. So nahm IM "Christoph" im März 1985 an einer Lesung des Schriftstellers Benito Wogatzki in der Gutenberg-Lesestube in Leipzig teil, zu der auch der Journalist Corino, damals Literaturchef des Hessischen Rundfunks, gekommen war.

          Nur einen Tag nach der Veranstaltung berichtete IM "Christoph": "Nach der Lesung strebte Corino dem Ausgang zu. Ich ging hinter ihm her und klopfte ihm auf die Schulter und sagte, daß ich ihn doch einmal ansprechen müßte, er wäre doch im Vorjahr bei uns in der Wohnung zu einer Lesung gewesen." Tatsächlich hatte 1984 in der Wohnung von Porschs damaliger Lebensgefährtin und heutiger Ehefrau eine Veranstaltung mit der Schriftstellerin Christa Moog stattgefunden. Ein Stasi-Bericht des IM "Christoph" darüber war Anfang vergangener Woche bekanntgeworden.Eine Passage aus "Christophs" Bericht über Corino läßt Porschs Behauptung, er habe nicht wissentlich mit der Stasi zusammengearbeitet, besonders fragwürdig erscheinen. So schreibt IM "Christoph": "Ich hatte den Eindruck, daß Corino das Zusammentreffen mit mir dem Zufall zuschreibt." In dem handschriftlich mit "IM Christoph" unterzeichneten Bericht findet sich zudem der Hinweis, daß Corino die Lesung und Teile der Diskussion auf Tonband aufgezeichnet habe. Für diesen Donnerstag haben die Anwälte des PDS-Politikers eine Pressekonferenz mit Porsch angekündigt.

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