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Geschlossene Grundschulen : Rheinland-Pfalz macht Rückzieher bei Wechselunterricht

  • -Aktualisiert am

Unterricht in einer Grundschule in Remshalden im Mai 2019 (Symbolbild) Bild: dpa

Eigentlich sollte kommenden Montag in rheinland-pfälzischen Grundschulen der Wechselunterricht beginnen. Corona-Mutanten im Nachbarland machen den Plan nun zunichte. Auch im Kita-Bereich soll es „Anpassungen“ geben.

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          Rheinland-Pfalz wird anders als geplant doch nicht ab Montag einen Sonderweg einschlagen und die Grundschulen für einen Wechselunterricht öffnen. Das gab das rheinland-pfälzische Bildungsministerium am Donnerstagmorgen bekannt. Alle Schulen sowie Eltern und Sorgeberechtigte seien darüber informiert worden, dass der Beginn des Wechselunterrichts zurückgestellt werde, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Entscheidung sei nach Beratungen mit Fachleuten der Universitätsmedizin Mainz getroffen worden. Als Grund wird das Bekanntwerden von Virusmutationen in einer Kita im angrenzenden Baden-Württemberg genannt.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          „Da die Art und die Bedeutung dieser Virusvarianten im Moment nicht bekannt sind, haben uns die Experten zunächst zur Vorsicht bei weiteren Öffnungen geraten und empfohlen die Situation neu zu bewerten, sobald generell belastbare Informationen vorliegen. Diesem Rat folgen wir, weil wir die Erfolge, die wir bislang erzielt haben, nicht verspielen dürfen“, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Sie äußerte Bedauern über den Schritt. Die Landesregierung habe sich die Entscheidung „nicht leicht gemacht“, doch habe sie, Hubig, stets betont, dass der Übergang zum Wechselunterricht unter dem Vorbehalt stehen müsse, dass die Infektionslage dies zulasse.  

          Ein „behutsamer Start“

          In Rheinland-Pfalz wird nun der Fernunterricht auch an Grundschulen fortgesetzt und eine Notbetreuung weiter angeboten. Dagegen bestünden aufgrund der guten Hygienekonzepte, der Abstandsregelungen und der Maskenpflicht nach Aussage der Fachleute keine Bedenken, so Hubig. Für die Schülerinnen und Schüler in den weiterführenden Schulen, die ebenfalls eine Notbetreuung sowie in Abschlussklassen auch Präsenzunterricht erhalten, kündigte Hubig eine Vorschrift zum Tragen von medizinische Masken an. Der Bildungsministerin zufolge wird es auch im Kita-Bereich „Anpassungen“ geben, insbesondere nochmals erweiterte Testmöglichkeiten zur stärkeren Überprüfung des Infektionsgeschehens.  

          Die Landesregierung hatte vergangene Woche beschlossen, in Grundschulen schon ab Montag den Wechselunterricht zu ermöglichen. Sie setzte sich damit über die mit den anderen Bundesländern und der Bundeskanzlerin getroffene Entscheidung hinweg, die Schulen erst ab dem 15. Februar zu öffnen. Mitte vergangener Woche war Ministerpräsidentin Malu Dreyer zusammen mit Bildungsministerin Stefanie Hubig (beide SPD) aufgetreten, um einen Fahrplan für die Schulen zu präsentieren, der Ausnahmen für Grundschüler enthielt: Für die Klassen 1 bis 4 war ein Wechselunterricht vorgesehen – in geteilten Klassen und mit einer weiterhin aufgehobenen Präsenzpflicht. Gleiches sollte für Abschlussklassen gelten. Alle anderen Schüler sollten dann – wie eigentlich vereinbart – am 15. Februar folgen.

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          Dreyer nannte das Vorgehen vergangene Woche einen „behutsamen Start“ und äußerte, „Kinder dürfen nicht zum Verlierer der Pandemie werden“. Der Plan war überwiegend auf Zustimmung, gestoßen, auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), äußerte sich zuletzt zustimmend. Die Gewerkschaftler mahnten jedoch an, die Einführung von Wechselunterricht bei gleichzeitiger Aufhebung der Präsenzpflicht und Weiterführung der Notbetreuung dürfe „nicht zu Mehrfachbelastungen“ der Lehrerinnen und Lehrer führen. Zudem gelte es nun endlich, die Maßnahmen für einen Gesundheitsschutz der Lehrkräfte zu verstärken (mehr Masken, mehr „Spuckschutzwände“, mehr Lüftungsanlagen).

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