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Neue Impfempfehlung für Kinder : Die Politik war übergriffig

Impfung von Jugendlichen Anfang August in Ludwigsburg Bild: AFP

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Corona-Impfung nun auch für Jüngere. Sie ließ sich dabei von Fakten leiten. Doch die Politik hat das Gremium in dieser Sache absichtlich beschädigt.

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          Die Entscheidung der Ständigen Impfkommission (STIKO), die Corona-Impfung nun auch für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren zu empfehlen, dürfte vielen Eltern Orientierung geben. Nach der Durchsicht neuer Daten ist die Kommission am Montag zu dem Schluss gekommen, dass „nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“. Weil entsprechende Daten zunächst fehlten, blieb die Kommission vor zwei Monaten in dieser Frage zurückhaltend.

          Dass die Fachleute nun zu einer anderen Einschätzung gelangt sind, hat damit zu tun, wie Wissenschaft funktioniert. Es gilt der Grundsatz, dass Erkenntnis stets nur vorläufig ist. Dass nun etliche Politiker aus Bund und Ländern die jüngste Entscheidung der STIKO loben, macht trotzdem nachdenklich. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und etliche andere arbeiteten in den vergangenen Wochen schließlich unablässig daran, das fachlich weithin respektierte Gremium zu demontieren.

          Die mit kaum erträglicher Selbstherrlichkeit vorgetragene Forderung, die STIKO möge ihre Einschätzung von Kinderimpfungen „korrigieren“, weil das politisch so gewollt sei, offenbart eine gefährliche Übergriffigkeit von Teilen der politischen Klasse. Diesem Ansinnen muss die Gesellschaft entschieden widersprechen. Wer von einem Fachgremium Gefälligkeitsentscheidungen verlangt, versündigt sich an der Wissenschaft.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

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