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Hetze wegen Luxus-Uhr : Staatssekretärin Chebli deaktiviert Facebook-Account

  • Aktualisiert am

Sawsan Chebli scheute lang keine Konfrontation – jetzt hat sie ihren Facebook-Account deaktiviert. Bild: dpa

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli sieht sich in den sozialen Netzwerken mit zahlreichen Hassnachrichten konfrontiert – zuletzt, weil sie eine Rolex trug. Nun will sie den Hetzern keine Plattform mehr bieten.

          Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (40) hat ihren Facebook-Account wegen einer Vielzahl von Hass-Nachrichten deaktiviert. „Mein Facebook-Account hat sich zu einem Tummelplatz für Nazis und Extremisten aller Couleur entwickelt“, sagte die SPD-Politikerin am Montag der „Bild“-Zeitung. „Hunderte, manchmal waren es sogar tausende Hassbotschaften unter einem Post. Und zwar unabhängig vom Inhalt. Egal, was ich gepostet habe, es wurde mit Hass und Hetze reagiert.“

          Solchen Leuten wolle sie keine Plattform mehr bieten, so Chebli. „Deshalb habe ich mich entschieden, vorerst meinen Facebook-Account zu deaktivieren. Ob und wann ich wieder online gehe, kann ich Stand heute nicht sagen.“

          Chebli ist seit 2016 Berlins Bevollmächtigte beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales im rot-rot-grünen Senat. Am Wochenende war sie im Internet wegen einer Rolex-Uhr angegriffen worden. Jemand postete ein vier Jahre altes Foto aus Cheblis Zeit im Außenamt, auf dem sie eine Rolex am Arm trägt. „Alles was man zum Zustand der deutschen Sozialdemokratie 2018 wissen muss“, kommentierte der User mit Blick auf Wahlniederlagen und schlechte Umfragewerte der Partei. Dazu fügte er den Hinweis, dass das fragliche Modell 7300 Euro kostet.

          Untersützung von Christian Lindner

          Viele teilten die Kritik, andere wiederum verteidigten sie: Welche Uhr man trage, sei Privatsache. „Man muss nicht arm sein, um gegen Armut zu sein“, sprang FDP-Chef Christian Lindner Chebli bei. Sie verdient rund 9400 Euro brutto im Monat. Chebli selbst schrieb, sie wisse sehr wohl, was Armut sei und verwies auf ihre Kindheit: Mit zwölf Geschwistern habe sie sich zwei Zimmer geteilt und am Wochenende Holz gehackt, weil die Familie sich keine Kohle leisten konnte.

          Chebli war auf Facebook wie auch auf Twitter sehr aktiv und will ihre Äußerungen in diesen sozialen Netzwerken als privat verstanden wissen. Bei Twitter bleibt sie präsent.

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