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Finanz-Staatssekretär Füracker : „Ohne die CSU kann keine große Koalition gebildet werden“

Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder und Finanzstaatssekretär Albert Füracker (l) bei einer Pressekonferenz zum neuen Landesamt für IT-Sicherheit, das im Herbst 2017 gegründet wurde Bild: Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat

Bei ihrem Parteitag hat die CSU Geschlossenheit demonstriert. Warum die für die Sondierungen in Berlin wichtig ist und wie die CSU die AfD bekämpfen will, erklärt Albert Füracker im FAZ.NET-Gespräch.

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          Herr Füracker, ist die Geschlossenheit, die Ihre Partei gerade beim Parteitag in Nürnberg gezeigt hat, nur Fassade?

          Anna-Lena Ripperger
          (alri.), Politik

          Unser gesamter Parteitag war ein klares Signal der Geschlossenheit der CSU – und die findet auch wirklich so statt. Wir haben schwere Wochen hinter uns und sind jetzt zu einem guten Ergebnis gekommen. Wir haben jetzt das Startsignal für die Geschlossenheit der CSU im nächsten Jahr gegeben. Entscheidend ist, dass gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet wird. Jeder kennt seine Verantwortung. Das habe ich auch in den Gesprächen auf dem Parteitag so empfunden.

          Aber die Gräben zwischen Seehoferianern und Söderianern werden auch nach der Entscheidung für eine Doppelspitze bleiben.

          Wir blicken jetzt nach vorn. Alle in der Partei sind nach zwei leider schwer verlorenen Wahlen – der Europawahl mit 40 Prozent und der Bundestagswahl mit 38,8 Prozent – getrieben von der Frage: Wie erreichen wir nächstes Jahr bei der Landtagswahl ein bestmögliches Ergebnis für die CSU? Es geht darum, mit der stärksten Formation anzutreten – und die haben wir jetzt gefunden.

          Mit zwei Menschen, die sich nicht ausstehen können?

          Wir in der Oberpfalz haben schon früh einen geordneten Übergang gefordert und das ist jetzt gelungen. Es gibt keine Kämpfe um Positionen, es gibt keine Kampfabstimmungen. Stattdessen haben wir in vielen gemeinsamen Gesprächen das erreicht, was wir gesucht haben: die stärkste Aufstellung für die extrem wichtige Landtagswahl und die schwierigen Verhandlungen im Bund. Diese Aufgabenteilung ist klar: Horst Seehofer bleibt als Parteivorsitzender verantwortlich für Berlin und Markus Söder wird als Ministerpräsident und Spitzenkandidat in die nächste Landtagswahl gehen. Die Delegierten waren über diese Entscheidung regelrecht erleichtert.

          Zurückbleiben ein Joachim Herrmann, eine Ilse Aigner, ein Manfred Weber, die eigentlich auch gerne was geworden wären.

          Erfolg gibt es nur gemeinsam. Wenn wir im nächsten Jahr erfolgreich sein wollen, müssen wir geschlossen auftreten. Die Bürger dürfen nicht länger den Eindruck einer zerrissenen CSU haben.

          Wie wichtig ist die Geschlossenheit der CSU für die anstehenden Sondierungen?

          Je geschlossener wir sind, desto entschlossener können wir auch in den Sondierungsgesprächen auftreten. Gerade in den letzten Wochen vor der Wahl konnten wir bei der Bevölkerung nicht den Eindruck erwecken, dass wir mit der CDU in allen Punkten gleich liegen. Nach der Wahl haben wir einen wichtigen und richtigen Erfolg in der Flüchtlingsfrage erreicht. Die CDU hat erkannt, dass wir da inhaltlich richtig lagen. Wir haben hier unsere Linie durchgesetzt – das war wichtig für unsere Glaubwürdigkeit. Ich sehe die CSU-Position deshalb jetzt fast noch stärker. Ohne uns kann keine große Koalition gebildet werden. Das ist ganz einfache Wahlarithmetik.

          Was müssen Söder und Seehofer denn machen, um die CSU bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr zufriedenzustellen?

          Sie müssen den Menschen im konservativen Spektrum, die uns jahrzehntelang die Treue gehalten haben, wieder die Gewissheit geben, dass wir ihnen bei aller Modernität, die wir als Konservative natürlich ebenso erreichen müssen, wieder eine Heimat geben können. Konservativ sein, heißt ja, den Fortschritt auf Basis des Bewährten aufzubauen.

          Wie geht das konkret?

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