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Staatsschutz : Bonn eine „Hochburg“ für Islamisten?

  • Aktualisiert am

Bonner König-Fahd-Akademie unter Verdacht Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Bonn soll sich zu einem bevorzugten Standort für Islamisten entwickelt haben. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste hat sich das Terrornetz Al Qaida auf die frühere deutsche Hauptstadt ausgestreckt.

          Nach Erkenntnissen der Geheimdienste soll sich das Terrornetz von Usama Bin Ladin „in aller Stille“ auf die frühere deutsche Hauptstadt Bonn ausgestreckt haben.

          Aus Kreisen des Staatsschutzes war am Donnerstag zu erfahren, Bonn habe sich nach vorliegenden Hinweisen „wahrscheinlich zu einer Hochburg“ der Islamisten entwickelt.

          „Ruheraum“ Bonn

          „In Bonn gibt es weiter einen beachtlichen Anteil an Personen, die dem islamistischen Extremistenbereich zugeordnet werden“, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei.

          Rund 50 „Zielpersonen“ aus dem radikal-islamistischen Umfeld werden nach Angaben von Geheimdienstlern ständig von den Verfassungsschützern in Bonn beobachtet. Die Fachleute zogen Parallelen zum einstigen „Ruheraum“ Hamburg, wo die islamistischen Terroristen, als Studenten getarnt, die schrecklichen Attentate vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten vorbereiteten. „Bonn hat sich vergleichbar zu einem gefährlichen Ruheraum für die Islamisten entwickelt“, sagte ein Staatsschützer.

          Al-Qaida-Extremisten festgenommen

          Als Hinweise, wie sehr sich die Gotteskrieger in Bonn niedergelassen haben, werden die Festnahmen von zwei Islamisten in Bonn und Mainz am 23. Januar gewertet. Sie werden dem terroristischen Umfeld von Al Qaida zugerechnet.

          Der in Mainz verhaftete Iraker Ibrahim Mohamed K. wird von den Geheimdiensten gegenwärtig als der gefährlichste Al-Qaida-Aktivist in Deutschland angesehen. Er handelte seit Jahren nach eigenen Angaben im persönlichen Auftrag Bin Ladins. Der Iraker streckte seine Fühler zum Bonner „Islamisten-Raum“ aus und gewann dort den Palästinenser Yasser Abu Shaweesh für ein geplantes Selbstmordattentat im Irak.

          König-Fahd-Akademie unter Verdacht

          Kurz vor der Abreise schnappte die Falle der Fahnder zu. Yasser hatte zuvor eine Frau syrischer Herkunft geheiratet, die am 1. Dezember von der Stadt Bonn eingebürgert wurde. Die Mainzer Polizei soll die städtischen Bonner Behörden vor der Einbürgerung gewarnt haben.

          Der Schwiegervater des in Bonn festgenommenen Islamisten - so wurde im Nachhinein festgestellt - war als Hausmeister an der König-Fahd-Akademie in Bonn Bad Godesberg beschäftigt. Die Akademie steht schon lange im Verdacht, geheime Beziehungen zu Bin Ladin zu halten. Die Behörden versuchen ständig, gegen sie vorzugehen.

          „Heiliger Krieg“ gegen die Ungläubigen

          Als weiteren Hinweis für die Entwicklung Bonns zu einer „Hochburg“ geheim agierender Islamisten sehen die Fahnder die Festnahme einer Muslimin am 12. Januar in der Bundesstadt an.

          Aus Sicherheitskreisen war zu erfahren, daß es unter den 50 Islamisten, die in Bonn unter Beobachtung stehen, 17 gibt, die ihre Kinder an der König-Fahd-Akademie unterrichten lassen. An der Schule hatte ein Imam beim Freitagsgebet dazu aufgerufen, die Kinder an Waffen für den „Heiligen Krieg“ gegen die Ungläubigen auszubilden.

          „Auffällig“ viele Patienten aus muslimischen Ländern

          Nach dem Druck der Behörden, die gedroht hatten, die Akademie wegen islamistischer Tendenzen zu schließen, übe die Einrichtung aber keine direkte Sogwirkung mehr aus, sagte der Sprecher der Bonner Polizei. Nach den Auflagen für die Akademie zur Begrenzung ihrer Aktivitäten sei aber ein „Verdrängungseffekt“ zu beobachten. Andere Orte wie Moscheen dienten verdächtigen Personen nun als Treffpunkte.

          Seit geraumer Zeit fiel den Staatsschützern auch auf, daß „auffällig“ viele Patienten aus muslimischen Ländern nach Bonn kommen. Es ist für seine guten medizinischen Einrichtungen bekannt.

          „Die Patienten kommen zu längeren oder sogar langen Behandlungen an den Rhein und bringen nach ihren Gepflogenheiten auch immer eine ganze Anzahl von Angehörigen mit“, schilderte ein Staatsschützer. „Wir können nicht ausschließen, daß unter den Muslimen auch Frauen und Männer sind, die möglicherweise mit völlig anderen Absichten nach Bonn kommen.“

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