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Deutsche Dschihadisten : Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Islamistin

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Kämpfer der radikal-islamistischen Al-Nusra-Front in einer Stellung in Syrien Bild: AFP

Die junge Deutsche konvertierte vom katholischen Glauben zum Islam und radikalisierte sich offenbar schnell. Mit ihren kleinen Töchtern reiste sie nach Syrien aus, um sich einer Terrormiliz anzuschließen. Nun steht sie bald vor Gericht.

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          Die Staatsanwaltschaft München I hat gegen eine 30 Jahre alte mutmaßliche Islamistin Anklage wegen Beteiligung am syrischen Bürgerkrieg erhoben. Der Frau wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen, wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte. Die zum Islam konvertierte Deutsche soll im Januar 2014 mit ihren damals drei und sieben Jahre alten Töchtern nach Syrien gereist sein.

          In Syrien wurde die Angeschuldigte den Ermittlungen zufolge die Zweitfrau eines sogenannten Gotteskriegers, der sich auf Seiten der Extremistenorganisation Al-Nusra-Front am syrischen Bürgerkrieg beteiligt haben soll.

          Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland wurde sie im Mai 2014 am Flughafen Frankfurt am Main festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.

          Die junge Frau soll im Jahr 2012 vom Katholizismus zum Islam konvertiert sein. Über das Internet soll sie schließlich in Kontakt zu einer aus Hessen stammenden Frau gekommen sein, die mit ihrem Mann nach Syrien gereist war.

          Die Angeschuldigte habe daraufhin den Entschluss gefasst, mit ihren Kindern ebenfalls nach Syrien zu gehen, um sich einer dschihadistischen Gruppierung anzuschließen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Ihre Internetbekannte habe ihr zudem vorgeschlagen, nach islamischen Recht Zweitfrau ihres Mannes zu werden.

          Der in Deutschland lebende Vater ihrer beiden Töchter erstattete nach der Ausreise der Frau Anzeige wegen Entziehung der gemeinsamen Kinder. Dies war auch der Ausgangspunkt für die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

          Der Mann, dessen Zweitfrau die Beschuldigte in Syrien war, wird von den Behörden gesondert verfolgt. Genauere Angaben zu diesem Ermittlungsverfahren wollte die Staatsanwaltschaft nicht machen.

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