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Sprengstoff-Fund in der Pfalz : Polizei vermutet Verbindung zu rechter Terrorgruppe

  • Aktualisiert am

Großeinsatz: Polizisten transportieren am 6. Januar im westpfälzischen Lauterecken Sprengstoff in Spezialbehältern ab Bild: dpa

Anfang Januar stellten Ermittler in einer Wohnung im westpfälzischen Lauterecken 155 Kilogramm Sprengstoff sicher. Jetzt verdichten sich Hinweise auf eine Verbindung zu Rechtsextremen.

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          Nach der Sicherstellung von 155 Kilogramm Sprengstoff in der Pfalz prüft die Staatsanwaltschaft eine mögliche Verbindung zur rechtsextremen Terrorgruppe Oldschool Society (OSS). Bei der Vernehmung der zwei verhafteten Männer im Alter von 18 Jahren und 24 Jahren habe der Jüngere von einem OSS-Treffen im Sommer in einer Hütte in Rheinland-Pfalz gesprochen, teilte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Samstag mit. Auch sei bei ihm ein selbst gebauter Sprengsatz mit einem Hakenkreuz und SS-Runen gefunden worden.

          Die Anklagebehörde wies darauf hin, dass in München zurzeit vier mutmaßliche OSS-Führungsmitglieder vor Gericht stehen. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, mit Nagel- und Brandbomben einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft geplant zu haben. Die beiden Männer wurden am 29. Dezember festgenommen.

          Ermittelt wird wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Beide bezeichneten sich als Freizeit-Pyrotechniker und gaben an, sie hätten das Material für ein privates Silvesterfeuerwerk nutzen wollen.

          OSS galt eigentlich als zerschlagen

          Die Oldschool Society (OSS) ist eine rechtsextreme Gruppierung, die bisher als zerschlagen galt, nachdem im Mai 2015 mehrere Mitglieder der Oldschool Society in Bayern sowie in Bochum und Leipzig festgenommen worden waren. An der Zerschlagung sei auch der rheinland-pfälzische Verfassungsschutz beteiligt gewesen, heißt es im jüngsten Verfassungsschutzbericht des Bundeslands.

          Zum Namen der Gruppe sagte ihr 57 Jahre alter selbst ernannter Anführer Andreas H. im Prozess im Mai vergangenen Jahres vor dem Oberlandesgericht München, der Name habe ihm zwar nichts gesagt, sich aber als „Gesellschaft der alten Schule“ gut angehört. Der Angeklagte war zeitweilig in Augsburg Mitglied der NPD und sammelte NS-Devotionalien und Waffen. Die Bundesanwaltschaft wirft Andreas H. und drei Mitangeklagten die Bildung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sachsen vor.

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