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FAZ Plus Artikel Europa als Bühne : Was Manfred Weber von Horst Seehofer unterscheidet

Hat nicht so schlechte Chancen neuer EU-Präsident zu werden: Manfred Weber Bild: EPA

Mit dem Christsozialen Weber könnte ein eher unbekannter Politiker an die Spitze der EU rücken. Um erfolgreich zu sein, muss er aber mehrere Dinge auf einmal zusammenbringen.

          Ein Deutscher hat die reale Chance, im nächsten Jahr an die Spitze der EU-Kommission zu treten – sechzig Jahre nach Walter Hallstein. Er heißt Manfred Weber und setzte sich beim Wahlparteitag der christlichen Demokraten in Europa mit einem überragenden Ergebnis gegen seinen finnischen Konkurrenten durch. Das allein ist erstaunlich, denn niemand weiß so gut wie Weber, dass es schon jetzt einen Überdruss an zu viel deutschem Einfluss in Straßburg und Brüssel gibt. Die Hälfte der acht Fraktionen im Europäischen Parlament wird von deutschen Politikern geführt. Das spiegelt das Gewicht der deutschen Abgeordneten in ihren jeweiligen Parteifamilien wider. Obendrein war Martin Schulz ein machtbewusster Parlamentspräsident, der seine Leute geschickt in der Verwaltung unterbrachte. Die obersten Beamten von Parlament, Kommission und Europäischem Auswärtigen Dienst sind Deutsche. Eine solche Präsenz wäre noch vor Jahren undenkbar gewesen; damals wurde vielmehr geklagt, Berlin halte sich zu sehr zurück.

          Bei der Personalpolitik ist gleichwohl Fingerspitzengefühl gefragt. Auch wenn jeder Posten für sich zählt, hängt am Ende alles mit allem zusammen. Angela Merkel hat Weber unterstützt, trotz grundsätzlicher Vorbehalte gegenüber dem Spitzenkandidaten-System, wie es heute praktiziert wird. Sie hat umgekehrt Bundesbankpräsident Jens Weidmann frühzeitig signalisiert, dass Berlin ihn nicht ins Rennen um den Posten des EZB-Präsidenten schicken wird. Lieber die Taube auf dem Dach erwischen als einen Spatz umklammern – so kann man die Strategie zusammenfassen. Denn Weidmann wäre nur ein Spatz gewesen, wenn er sich denn überhaupt hätte durchsetzen lassen. Über die Geldpolitik entscheidet schließlich der EZB-Rat mit Mehrheit, und der Deutsche ist dort stets isoliert. Als Nachfolger Mario Draghis hätte er sich verbiegen müssen – und schnell ein Glaubwürdigkeitsproblem bei seinen Fans bekommen.

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          Thomas Gutschker

          Redakteur im Ressort Politik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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