Spionage : Amerika prüft Zusammenarbeit mit BND
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Die BND-Außenstelle Bad Aibling Bild: dpa
Weil in Deutschland geheime Dokumente weitergereicht werden, stellen die Amerikaner offenbar die Zusammenarbeit mit dem BND infrage. Über die mögliche Herausgabe der Selektorenliste sagte ein Agent, das wäre „gefährlicher als die Snowden-Enthüllungen“.
Der amerikanische Geheimdienstdirektor James Clapper will einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge die weitere Zusammenarbeit mit dem BND prüfen lassen. In einer als „geheim“ eingestuften Weisung beklage Clapper, dass geheime Dokumente der Amerikaner aus dem deutschen Untersuchungsausschuss kontinuierlich an die Medien weitergegeben würden. Dies schade den Interessen der Vereinigten Staaten. Auf die Deutschen sei beim Schutz eingestufter Dokumente kein Verlass mehr.
Solange dies so sei, sollten die amerikanischen Dienste überprüfen, wo die Zusammenarbeit eingeschränkt oder ganz eingestellt werden könne. Clapper nannte dem Bericht zufolge auch die Option, Überwachungsmaßnahmen an andere befreundete Dienste zu übertragen. Es seien bereits gemeinsame Projekte und geplante Kooperationen mit dem BND gestoppt worden.
„Gefährlicher als Snowden-Enthüllung“
Zu der Frage, ob das Bundeskanzleramt dem Bundestag die sogenannte Selektorenliste zu Spionage-Suchbegriffen der NSA zur Verfügung stellen darf, sagte ein amerikanischer Geheimdienstmitarbeiter dem Blatt: „Was die deutsche Regierung da veranstaltet, ist gefährlicher als die Snowden-Enthüllungen“.
Der ehemalige amerikanische Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden hatte die Spähaktivitäten des Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der Vereinigten Staaten sagte der „Bild“ mit Blick auf den Untersuchungsausschuss und eine mögliche Reaktion aus Washington zur Selektorenliste, es handle sich um „eine innere Angelegenheit Deutschlands“.