https://www.faz.net/-gpf-a4912

Corona-Zahlen in Frankfurt : „In der Freizeit und im Nachtleben ist das größte Risiko“

Kettenkarussell mit Mund-Nasen-Schutz wie hier vor dem Frankfurter Römer Bild: Lucas Bäuml

In Frankfurt schnellt die Infektionszahl nach oben. Das Virus verbreitet sich selten bei der Arbeit, häufig beim Feiern oder beim Sport, sagt Gesundheitsdezernent Majer. Breitet es sich von der Stadt aufs Land aus?

          2 Min.

          Entscheidet sich die Pandemie in den Metropolen? So hat es Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher gesagt. In Frankfurt bewegten sich die Zahlen lange auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau, am Donnerstagnachmittag aber überschritt die Stadt den Inzidenzwert von 50 Corona-Fällen pro 100000 Einwohner in sieben Tagen und wurde damit zum innerdeutschen Risikogebiet. Das Gesundheitsamt spricht wie in vielen anderen Städten von einem diffusen Infektionsgeschehen. Ein zahlenmäßig kleiner Teil geht auf Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen zurück, in denen sich das Virus aufgrund der räumlichen Enge leicht verbreiten kann.

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          In zwei Dritteln der Fälle kam es aber wahrscheinlich zur Ansteckung im Alltagsleben. In einer Sportmannschaft infizierten sich einige Personen, eine von ihnen trug das Virus anschließend auf die Arbeitsstelle. Der Fall ist typisch. „Die Ansteckung am Büroarbeitsplatz ist eher die Ausnahme, viele Unternehmen haben vorgesorgt“, sagt Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) der F.A.Z. Im privaten Bereich hätten dieselben Mitarbeiter aber ungeregelten Kontakt, und es kommt zu Infektionen. Besonders kleinere Sportvereine hätten häufig das Problem, dass sie die Anforderungen an Hygienekonzepte überfordern, so Majer, während es etwa bei der Frankfurter Eintracht gut funktioniere.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Stefan Löfven, Ministerpräsident von Schweden, auf einer Pressekonferenz in Stockholm am 31. März

          Schwarze-Peter-Spiel : Wer ist schuld an den vielen toten Schweden?

          Die zweite Corona-Welle trifft Schweden mit voller Wucht. Auf der Suche nach den Verantwortlichen geraten die Regionen ebenso in den Fokus wie die Gesundheitsbehörde und die Regierung in Stockholm.
          Hinter Glas: Ministerpräsident Reiner Haseloff am Dienstag im Landtag

          Krach wegen Rundfunkbeitrag : Die CDU sitzt in der Klemme

          Der Magdeburger Streit über den Rundfunkbeitrag wächst sich zu einem politischen Beben aus, das nicht nur das Kenia-Bündnis in Sachsen-Anhalt zerstören könnte. Auch der Koalitionsfrieden in Berlin ist in Gefahr.