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Hartz IV : Die verlorene Einseitigkeit der SPD

Maß und Mitte: Lothar Binding spricht im Dezember 2017 auf einem SPD-Kongress Bild: Imago

Seit Jahren ringt die SPD mit der Frage, ob sie durch die Hartz-IV-Reformen ihre Seele verloren hat. Mit der Abkehr von Hartz IV könnte die Partei aber auf das falsche Thema setzen. Was halten die Wähler davon?

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          Lothar Binding muss sich beeilen, denn in zehn Minuten hat er eine Verabredung im Café neben der Stadtbücherei. Er räumt seinen Reformvorschlag zu Hartz IV, über den er gerade noch gesprochen hat, in seine Tasche und geht hinaus in den Hof des Wahlkreisbüros. Hier steht das Fahrrad, mit dem der 68 Jahre alte SPD-Politiker mit dem schwarzen Anzug und der roten Krawatte meistens in Heidelberg unterwegs ist.

          Binding, ein Sozialdemokrat alter Schule, will eine Reform von Hartz IV, damit die Leute wieder sehen, „dass wir für die Schwachen da sind“. Schon sein Vater habe immer gesagt, die SPD sei im besten Sinne einseitig, weil sie stets für die Benachteiligten eintrete. Binding sagt das so, als habe die SPD durch die Agenda-Politik ihr sozialdemokratisches Gleichgewicht verloren.

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