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Gauck-Nachfolge : SPD will offenbar auf Merkels Vorschlag warten

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SPD-Chef Sigmar Gabriel kommentiert in Berlin Joachim Gaucks Verzicht auf eine zweite Amtszeit. Bild: dpa

Die SPD will laut einem Zeitungsbericht zunächst keinen eigenen Kandidaten für die Nachfolge von Joachim Gauck aufstellen. Parteichef Sigmar Gabriel wolle zuerst sehen, wen die Kanzlerin ins Rennen schickt.

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          Nach dem Verzicht von Bundespräsident Joachim Gauck auf eine zweite Amtszeit will die SPD laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung vorerst keinen eigenen Kandidaten für dessen Nachfolge benennen. SPD-Chef Sigmar Gabriel wolle zunächst abwarten, bis Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Vorschlag unterbreite, berichtete die Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe. Erst dann werde entschieden, ob es Chancen für eine überparteiliche Zusammenarbeit gebe oder nicht.

          Gauck hatte am Montag erklärt, dass er aus Altersgründen auf eine zweite Amtszeit verzichtet. Nun zeichnet sich eine schwierige Suche nach einem Nachfolger ab. Für die Partner der großen Koalition stellt sich die heikle Frage, ob und mit wem sie im Februar 2017 bei der Kür des Staatsoberhaupts gegeneinander antreten – und welche Signale damit wenige Monate vor der Bundestagswahl ausgesendet werden. In der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten wählt und in der die Abgeordneten des Bundestags sowie Vertreter der Bundesländer sitzen, hat keine Partei allein die für die ersten beiden Wahlgänge nötige absolute Mehrheit.

          Die Fraktionschefin der Linken, Sahra Wagenknecht, forderte die SPD auf, Position für einen künftigen Bundespräsidenten mit sozialer Ausrichtung zu beziehen. „Eine solche Persönlichkeit würde die Linke auf jeden Fall unterstützen, und wenn die SPD den Mut hätte, sie mit uns und den Grünen gemeinsam durchzusetzen, wäre das ein wichtiges Signal“, sagte Wagenknecht.

          Grünen-Chef Cem Özdemir sprach sich gegen eine Auswahl nach Parteienkalkül aus. „Wir brauchen einen Präsidenten, der das gesamte Land zusammenhält“, sagte Özdemir in Berlin. Er rate dringend dazu, dies bei Personalvorschlägen zum Maßstab zu machen – und nicht etwa, dass die Koalition oder die Union damit friedlich leben können.

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