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Nach Nahles-Rücktritt : SPD-Vorstand macht Weg für Doppelspitze frei

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Die kommissarischen SPD-Vorsitzenden am Montag in Berlin, Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel Bild: dpa

An der Spitze der SPD soll künftig auch eine Doppelspitze stehen können. Der neue Parteivorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

          Die SPD-Führung hat sich für eine Doppelspitze für den Parteivorsitz ausgesprochen. Dies gaben die kommissarischen Parteivorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel am Montag nach einer Vorstandssitzung in Berlin bekannt. Die neue Parteispitze soll von den Mitgliedern gekürt und dann im Dezember vom Parteitag gewählt werden.

          Eine Doppelspitze sei "kein Allheilmittel, aber die SPD braucht Kraft", sagte die kommissarische Parteichefin Malu Dreyer. Ko-Parteichef Torsten Schäfer-Gümbel sagte, die Parteiführung wolle Interessenten ausdrücklich ermutigen, sich als Team für die Parteiführung zu bewerben. Es werde aber auch Einzelkandidaturen geben können.

          Die Kandidaten sollten sich im September und Oktober der Basis auf 20 bis 30 Regionlakonferenzen vorstellen. Dann finde ein Mitgliederentscheid statt, dessen Ergebnis am 26. Oktober verkündet werden soll. Wenn kein Bewerber oder kein Team über 50 Prozent erhalte, solle es einen zweiten Mitgliederentscheid geben.

          Die dritte Ko-Parteichefin Manuela Schwesig sagte, die Partei erhoffe sich von der Mitgliederbeteiligung eine "lebendige Debatte". Die Entscheidung solle "nicht im Hinterzimmer" fallen, sondern von den 440.000 Mitgliedern getroffen werden.

          Zudem wollen die Sozialdemokraten am Parteitag vom 6. bis zum 8. Dezember festhalten.

          Eine Neuwahl war notwendig geworden, nachdem Andrea Nahles Anfang des Monats nach dem SPD-Debakel bei der Europawahl als Partei-und Fraktionschefin zurückgetreten war. Seit Wochen hatte die SPD diskutiert, wie die rund 438 000 Mitglieder an der Neuwahl beteiligt werden sollen. Kommissarisch hatten die Parteiführung die Ministerpräsidentinnen von Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern, Dreyer und Manuela Schwesig, sowie der hessische Landeschef Schäfer-Gümbel übernommen.

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